Re: 1959er Geisenheimer Maeuerchen Riesling
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Betreff: Re: 1959er Geisenheimer Maeuerchen Riesling
Datum: 2005-11-02 17:02:25Absender: "Werner Elflein"
Hallo Bernd,
auf Punkte habe ich mich bewusst hier nicht mehr eingelassen. Einen
Wein zu bewerten, der am Ende seines Lebens steht, ist meines
Erachtens - auch wenn man diesen noch sehr gut trinken kann -
unsinnig. Nach welchen Qualitätskriterien sollte man dies tun?
>(... nee, weiß ich leider nicht. ) Bist du nun auch unter die
>Altwein-Möger gegangen? Da bleiben ja nicht soo seehr viele
>Jahrgänge, wenn man abseits des BDX mal auf Altes lostreckt. Oder?
>59, 61, 70, 75... Andere Tips?
Bei deutschem Riesling würde ich noch nach 1967 und 1983 Ausschau
halten.
>Man staunt aber gelegentlich, wenn man bei eBay schaut, was da noch
>so alles bei Omi und Opi in den Kellern aufzufinden war. Ich z.B.
>habe einen 75er Forster Ungeheuer als ältesten deutschen Wein.
>(Auch ein Opa-Fund.) Das Game funktioniert m.W. mit deutschen
>Weinen nur bei Superjahren, und bei Edelsüßen. Oder? Ich habe
>etliche weit ältere Bordeaux, der älteste ist mehr als doppelt so
>alt wie das Mäuerchen..
Könnte es sich hierbei um einen 1900er Bordeaux handeln?
(Stimmt's, oder wirft Talkmaster Utz jetzt fünf Mark ins
Schweinderl?)
Wenn wir über deutschen Riesling reden, würde ich mich in erster
Linie an die fruchtsüßen Exemplare halten. Die Wahrscheinlichkeit,
dass der Wein noch gut zu trinken ist, steigt, wenn es sich um einen
bekannt guten Erzeuger handelt, je höher das Prädikat und je besser
der Jahrgang ist. Dennoch gibt es immer wieder positive (leider hin
und wieder auch negative) Überraschungen, vor denen keiner gefeit
ist. (Aber das ist bei Bordeaux sicher nicht anders.)
Eine sehr positive Überraschung war vor einigen Wochen ein
1977er Erdener Treppchen Riesling Kabinett
von Christoffel jr. (Christoffel-Prüm) aus Ürzig. Hier hatte mir
Karl-Josef Christoffel bei meinem Besuch im Weingut sein Wort
gegeben, dass dieser Wein noch hervorragend erhalten ist. (Falls
nein, würde er mir dafür eine Beerenauslese geben.)
Und er war nicht hervorragend erhalten, sondern hat wirklich noch
sehr gut geschmeckt, so dass ich fast glaube, dass weitere 10/20
Jahre für diesen Wein überhaupt keine Probleme darstellen.
Soweit zum Kabinett, der leider von vielen Seiten allzu oft als
dünnes, alkoholarmes Weinchen diskreditiert wird.
Einem schlechten Ornellaia ziehe ich ihn aber jederzeit vor.
Viele Grüße
Werner
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