Re: AW: Heymann-Loewenstein
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Betreff: Re: AW: Heymann-Loewenstein
Datum: 2006-12-19 00:53:03Absender: Werner Müller
JXrgen Steinmeyer schrieb:
>> anfänglich einen massiv unangenehmen Geruch verbreiten ...
>>
>
>
>> Ich habe schon viele Erklärungen zu diesem Effekt gehört, der
>> bedeutungsvollste kam wohl von einem Winzer aus Niederfell/Mosel,
>> der erklärte, dieses Verhalten sei typisch für einen Wein,
>> dem Würzer zugesetzt sei.
>>
>
> Hallo Werner,
> das scheint mir ein richtiges Winzermärchen.
> Wir sprechen doch über qualitativ hochwertige Rieslinge.
> Würzer ist eine äußerst fruchtbetonte Rebsorte,
> die vegetative Paprika- und Cassistöne in einer
> unverwechselbaren Aromatik vereinen.
> Sie läßt aber im Gegensatz zu mir an Körperfülle fehlen
> und verliert ihre Aromatik spätestens in zwei Jahren.
> Ein schlechter Verschnittpartner.
>
> Eher nehme ich die schwefelartige Schieferaromatik an,
> die in der Tat oft zu Fehlinterpretationen führt und
> nach einiger Zeit nicht mehr unangenehm wahrgenommen wird.
>
> Vielleicht ist es aber auch unechtes Terroir,
> das als aufgesetztes Aromat bald verfliegt.
>
> Freundliche Grüße
> Jürgen
>
>
Hallo Jürgen,
vielen Dank für dir Hinweise, auch wenn ich das Winzermärchen nicht
unbedingt als solches akzeptiere. Den Würzer, den mir einmal ein
Moselwinzer aus Brauneberg vor über 30 Jahren aus einem Versuchsansatz
vorsetzte, konnte ich nur als Stinker bezeichnen; das heraus zu riechen
oder zu schmecken, was Du als Paprika- oder Cassis-Tönen bezeichnest,
wäre mir in meinen wüstesten Träumen nicht eingefallen! Andererseits
möchte ich auch nicht behaupten, die Misstöne im Wein von H.-L. mich an
den Würzer erinnerten. - Rührt die "schwefelartige Schieferaromatik" von
Merkaptanen oder Disulfiden her, die rasch durch Oxidation verschwinden?
- Was in aller Welt ist nun ein unechtes Terroir?
Freundliche Grüße,
Werner.
> -----Ursprüngliche Nachricht-----
> Von: weinforum_owner@apris.de [mailto:weinforum_owner@apris.de]Im
> Auftrag von Werner Müller
> Gesendet: Sonntag, 17. Dezember 2006 11:33
> An: weinforum@wein-plus.de
> Betreff: [weinforum] Heymann-Loewenstein
>
>
> Verehrtes Forum,
> die Diskussion um das Interview von Herrn Heymann-Löwenstein nimmt
> langsam etwas groteske Formen an. Ich konnte es leider bisher nicht
> lesen, weil der link, den ich verwendete, mich ins Nichts führte.
> Ich habe Herrn Heymann-Löwenstein vor einigen Jahren als äußerst
> eloquenten, dabei aber sehr angenehmen Gesprächspartner kennengelernt,
> der offenbar immer wusste, was er wollte und sich gegen enorme
> Widerstände in Winningen durchsetzte. Der Terroirgedanke wirkte bei
> ihm - ich glaube, er hat ihn bei uns maßgeblich losgetreten - absolut
> echt und bei seinen Weinen ebenso. - Ich wollte aber kein hohes Lied
> auf ihn singen; weil fast alle seine Weine, die ich zu Hause nach
> mind. 2-monatiger Lagerung bei 12°C aufgemacht habe, anfänglich einen
> massiv unangenehmen Geruch verbreiten, der nach 40-50 Min völlig
> verflogen war und einer wunderschönen, ausgeprägten Blume Platz macht.
> Kennt jemand dieses Phänomen? Laufe ich offene Türen ein? Jedenfalls
> gelang es mir vor einem Jahr mit der Voraussage dieses Effektes meine
> kanadischen Weinfreunde - echte Okanagan-Jünger - in höchstes Erstaunen
> zu versetzen.
> Ich habe schon viele Erklärungen zu diesem Effekt gehört, der
> bedeutungsvollste kam wohl von einem Winzer aus Niederfell/Mosel, der
> erklärte, dieses Verhalten sei typisch für einen Wein, dem Würzer
> zugesetzt sei. Wie denkt Ihr darüber?
> Freundliche Grüße
> Werner
> (Heppenheim)
>
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