Re: AW: Koscher
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Betreff: Re: AW: Koscher
Datum: 2007-03-06 16:00:31Absender: "Rose of Allendale Wines"
Hallo Markus,
besten dank für deine sehr interessanten Beitrag. Es wundert mich immer wieder wie weit wir menschen menschen bereit sein dinge zu tun im namen eine "religion" (nicht nur das judentum), aber das die weinfreunde lieber vom Rabbi als vom Winzer Ihre Weine machen lassen, das hat mich echt überrascht. Das soll hier keine bewertung sein, falls sich jemanden auf den schlips getreten fühlt. Ich vergöttere sowieso nur meine Frau..... da ist mehr für mich drin :-)))))
Schmünzelnde Weingrüße aus der Eifel (schon wieder viel zu kalt).
Steven Richter-McAulay
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Rose of Allendale Wines
"Rose of Allendale"
Wiesbaumer Straße 15
53945 Blankenheim
E-Mail: cellar@rose-of-allendale.de
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----- Original Message -----
From: Markus Vahlefeld
To: cellar@rose-of-allendale.de
Sent: Tuesday, 06 March, 2007 14:24
Subject: [weinforum] AW: Koscher
Hallo Gerhard,
die jüdischen Speisegesetze gehen auf das 3. Buch Moses zurück und wurden
dann in den vielen verschiedenen Gesetzesschriften des Judentums verfeinert
und festgelegt. Das fängt mit der Auswahl der Produkte an und setzt sich
über teilweise komplizierte Zubereitungstechniken fort. Koscher ist übrigens
vieles - nicht nur Nahrung oder Wein... aber bleiben wir beim Wein:
Ein koscherer Wein ist grundsätzlich ein Wein, der unter Überwachung eines
Rabbis produziert wurde. Ein Rabbi kennt natürlich die Speisegesetze genau
und weiss daher am besten, wie ein Wein zu handhaben ist, der am Ende
koscher sein soll. Aber ganz grob:
1. Nur Juden, die den Sabbat respektieren, dürfen den Wein ab der Pressung
bis zum Verkorken, berühren. Und das meint ganz wörtlich: weder Schläuche,
noch Tanks oder Fässer dürfen von Nicht-Gläubigen angefasst werden. In der
Regel sind die Weingutsbesitzer keine strenggläubigen Juden. Daher dü rf en
sie ihren eigenen Wein bis zum Verkorken auch nicht anfassen.
2. Die Reben dürfen erst ab dem 4. Pflanzjahr für Wein genutzt werden.
3. Einige Monate vor der Ernte darf nicht mehr gedüngt werden.
4. Weder der Zusatz von Hefen noch Bakterien ist erlaubt.
5. Der Weinberg ist als Monokultur zu betreiben.
5. Er darf - wie alle Lebewesen - im 7 Jahr ein Sabbatjahr halten, d.h.
keine Bewirtschaftung...
... und noch so einiges mehr, was aber IMHO zu weit führen würde, weil auch
die Juden untereinander verschiedene Auffassungen von koscherem Wein haben.
Da hängt viel vom Grad der Orthodoxie und von der Rabbinerschule ab.
Das Sprichwort: "Zwei Juden, drei Religionen" hat beim koscheren Wein
durchaus seine Berechtigung ;-)
Und um es dann noch komplizierter zu machen: ich kenne viele Juden sowohl in
Deutschland als auch in Israel - aber ich kenne keinen Juden, der sich
koscher ernährt. Das soll nicht heissen, dass es sie nicht gibt. Aber
diejenigen, die sich koscher ernähren, sind deutlich in der Minderheit. Das
ist ungefähr wie in Europa: wer verzichtet Freitags noch auf Fleisch und
fastet streng vor Ostern? Obwohl die christlichen Speisegesetze ganz sicher
weniger kompliziert sind als die jüdischen.
Mehr infos findest Du unter
www.pr-weine.de/israel.html
Herzlich
Markus Vahlefeld
> -----Ursprüngliche Nachricht-----
> Von: weinforum_owner@apris.de [mailto:weinforum_owner@apris.de]Im
> Auftrag von gerhard.grasl@chello.at
> Gesendet: Dienstag, 6. März 2007 11:47
> An: ma.va@t-online.de
> Betreff: [weinforum] Re: VKN 2003 Celler Capcanes, "Peraj
>
>
> Hallo Forum,
>
> Vielleicht kann mir irgendwer erklären, wie ein Wein kosher sein kann ?
> Ich dachte immer, das Wort kosher hängt mit "Schweinefleisch" zusammen ?
>
> Danke & beste Grüße
> Gerhard
> >
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