Re: AW: Re: Enger sensorischer Rahmen (war:
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Betreff: Re: AW: Re: Enger sensorischer Rahmen? (war:
Datum: 2005-11-07 12:20:20Absender: "Guenther Falk"
Hallo Knalli,
grundsätzlich gebe ich dir recht.......
Nur ein,zwei Sachen verstehe ich hier ganz und gar nicht!
Abgesehen vom ( mir bis jetzt komischerweise nur in Weinforen
bekannte) " ungnädigen Ton" schreibst du.....
>Da ich selbst schon in diversen Verkostungen gesessen bin, weiss
>ich
>aus Erfahrung eines: Reden (Mailen) ist einfacher, als einen Tag in
>so einer Kommission zu sitzen.
Ich lasse mich gern zu einer Prüfverkostung von dir verpflichten;-)
>Ok. Gehen wir davon aus, jetzt haben Hunderte Winzer Tausende Weine
>fertig und wollen eine Prüfnummer. Sei es nur, weil sie im
>Jungwein-Marketing-Zirkus mitspielen wollen. Da geht's ja
>schliesslich um viel - und vor allem schnelles Geld, das Winzer im
>Herbst bereits dringend brauchen.
>
>Also werden Tausende Weine eingeschickt, die in kürzester Zeit
>sensorisch geprüft werden sollen. Das geht auch. Aber eben nur mit:
>fehlerhaft und fehlerfrei - (und noch tolerabel).
Wenn nicht " mehr" möglich ist warum propagiert man das nicht
ehrlicher........? Denn unter einer Kontrolle stellen sich
vielleicht
der ein oder andere Verbraucher etwas ganz anderes vor!?
>Das geht nicht, wenn man auch noch sortenspezifisch und
>terroirspezifisch prüfen sollte, das könnten die Prüfer sehr wohl,
>aber dann bräuchten sie viel mehr Zeit und dann gäbe es die
>Prüfnummern halt erst viel später.
Mit Verlaub: Warum werden dann Weine als "nicht sortentypisch"
abgelehnt???
>Dieses System kann man jetzt in Frage stellen. Gut. Aber ist es
>nicht
>immer noch viel besser, es wird ein gewisser Qualitätslevel
>gecheckt,
>als gar keiner? Was käme denn da alles auf den Markt, wenn jedes
>Schlitzohr zusammenpanschen könnte, was es will. Sorry. So ist es.
>Die Menschen sind nun einmal so, dass sie sogar bei strengsten
>Kontrollen versuchen, mindere Qualität durch zu bringen, sogar
>Strafen riskieren, weil das immer noch lukrativer ist, als
>ordentlich
>zu arbeiten (das ist so, wie Schwarzfahren in der U-Bahn).
>
>Und solange die Prüfungen nicht strenger sind - bzw. die Strafen
>darstisch angehoben werden, ist diese Kontrolle immer noch besser
>als
>gar keine.
Was meinst du in diesem Zusammenhang mit Qualitätslevel?
Würdest du das was von diesem Winzer zur Prüfung eingereicht
wurde, als die geforderte Qualität bezeichnen, die dort quasi
durchgewinkt wurde? Denn Knalli sein wir ehrlich: Spülwasser und
andere grob fehlerhafte Weine erkenne ich selber und eine Gewähr
auf guten Wein gibt mir die Kontrollinstanz auch nicht, oder?
Und auch das habe ich schon mal gesagt und bleibe dabei: Die,
die es geschickt machen, so wie eben dieser Winzer die fängst
du mit der jetzt bestehenden Regelung eh nicht! Das ist ja genau
das was dieser Winzer beweisen wollte....gelungen ist es ihm!
Aber: um hier kein Dogmatismus aufkommen zu lassen-das ist meine
Meinung.
>Alle Zweifler lade ich ein, einen Tag mit zu kosten.
Die Einladung nehme ich gerne an............!
>LG Knalli
Herzliche Grüße
Guenther
>
>>Hallo Herr Falk,
>>im Grunde ist es mir gleich, was der
>>Einzelne schreibt.
>>Sie hauen aber dermaßen auf den Putz,
>>daß ich über 1000 sachverständige Prüfer
>>in Schutz nehmen muß.
>>Wo nehmen Sie ihre sensorische Kenntnis her,
>>in der Vergangenheit ist mir disbezüglich
>>nichts bewegendes von Ihnen aufgefallen.
>>
>>> Warum dann überhaupt die sensorische Prüfung?
>>> Da sind ja "Weine" durchmaschiert da stellen
>>> sich ja die Nackenhaare!
>>
>>Mit solcher pauschalen Unkenntnis sollte man
>>gegen eine Institution keine Stimmung machen.
>>Ich schreibe zu dem gesamten Vorgang noch ein
>>zusammenfassendes Mail - nur so viel:
>>
>>Aus meiner fast 30jährigen Kontrolltätigkeit
>>und ebenso langer Mitwirkung in mehreren
>>sensorischen Gremien (so auch bei der Qualitäts-
>>prüfung)kann ich behaupten, daß ich zu dieser
>>Problematik gute Einblicke habe.
>>Aus Gründen inländischer Kontrolle und Verbraucher-
>>schutz werden jedes Jahr von staatlicher Seite
>>zigtausende Proben von Flaschenweinen gezogen,
>>sensorisch und analytisch geprüft.
>>Obwohl der größte Teil inländische Proben
>>betrifft, beträgt die Fehlerhaftigkeit der ausl.
>>Weine ein vielfaches der deutschen Weine.
>>Daran hat die Qualitätsweinprüfung einen
>>wichtigen Anteil.
>>
>>Die sensorischen Anforderungen richten sich
>>nach dem allgemeinen Markt. Aber das habe ich
>>alles schon geschrieben.
>>Ganz klar können sich Fehler ergeben, da Menschen
>>am Werk sind. Viele Weinfehler entwickeln sich
>>aber erst bei der Flaschenreife.
>>Man kann doch wegen einiger fehlerhaften Weine
>>das System, das 35 Jahre gute Arbeit geleistet hat,
>>nicht so in Frage stellen.
>>
>>In Ihrem vorigen Mail zeigen Sie nur, daß Sie von
>>rechtsstaatlichen Dingen keine Ahnung haben.
>>
>>Trotzdem freundliche Grüße
>>Jürgen Steinmeyer
>>
>>-----Ursprüngliche Nachricht-----
>>Von: weinforum_owner@apris.de [mailto:weinforum_owner@apris.de]Im
>>Auftrag von Guenther Falk
>>Gesendet: Donnerstag, 3. November 2005 17:07
>>An: weinforum@wein-plus.de
>>Betreff: [weinforum] Re: Enger sensorischer Rahmen? (war:
>>Discounter-Wein
>>
>>
>>
>>Hallo Herr Hofschuster,
>>mmh....ich habe vor ihrer Meinung in
>>der Regel große Hochachtung und habe schon
>>viele Artikel von ihnen gelesen. Meist bin
>>ich gar nicht so weit von ihnen weg. Von allen
>>Weinexperten treffen sie meinen Geschmack in
>>der Regel am besten.
>>Und auch unten folge ich ihnen bis zu einem
>>gewissen Punkt. Sie sagen der sensorische
>>Rahmen ist nicht sooo eng, sondern die Schwelle
>>bzw Anforderungen liegen so niedrig. Warum dann
>>überhaupt die sensorische Prüfung? Da sind ja
>>"Weine" durchmaschiert da stellen sich ja die
>>Nackenhaare! Und dann der Anspruch auf Typizität
>>zu achten.........bei diesem Ergebnis,entschuldigung
>>das kapiert doch keiner mehr!
>>Und das mit den Verkostungswettbewerben: Es hat in letzter
>>Zeit da so einige Verkostungen gegeben.Wenn ich mir
>>umfassend die verschiedenen Aussagen und Bewertungen
>>so anschaue.............mmh, da sind schon ein paar
>>krasse sensorische Meinungsverschiedenheiten aufgetreten.
>>Ich will hier nicht noch mal einiges aufwärmen sie wissen
>>was ich meine. Aber Wein ist ein spannendes Getränk an
>>dieser Tatsache kommen wir so schnell mal nich vorbei!
>>Herzliche Grüße
>>Guenther
>>
>>Ps: Hallo Utz,ich weiß nicht ob es hier schon mal Thema war
>>aber wäre es möglich Smyleys mit in dieses System zu
>>integrieren? Kann man sehr oft einiges mit ausdrücken!
>>Aber das ist natürlich off-topic..........
>>
>>>Hallo Herr Falk!
>>>
>>>> Denn er hat nur aufgedeckt was jeder ahnte: Der menschlichen
>>>> sensorischen Fähigkeit ist ein enger Rahmen gesteckt!
>>>
>>>Nein, das hat er eher nicht, so eng ist der Rahmen gar nicht. Er
>>>hat
>>>lediglich gezeigt, dass die Anforderungen an einen Wein, der die
>>>Amtliche
>>>Prüfnummer bekommt, sehr niedrig sind. So hat man es sehr häufig
>>mit
>>> Weinen
>>>zu tun, die zugelassen werden, aber weit entfernt von jedweder
>>>Regional-
>>>oder Sortentypizität sind. Ein Problem entsteht nur, wenn man an
>>>anderer
>>>Stelle Weine wegen fehlender Typizität ablehnt. Solange man nur
>>>definitiv
>>>fehlerhafte Weine aussondert und das auch so kommuniziert, gibt
>es
>>>wenig
>>>daran auszusetzen. Und um das zu tun würde sogar ein enger
>>>sensorischer
>>>Rahmen reichen, ein deutlich engerer als er es ist.
>>>
>>>> Diese jetzt gewonnene Erkenntnis wird dem ein oder anderen
>>>> weh tun aber so ist es nun mal.
>>>
>>>Nein, und das lässt sich auch recht einfach widerlegen (und wird
>>in
>>
>>>diversen
>>>Verkostungswettbewerben auch stets widerlegt).
>>>
>>>Herzlichen Gruß
>>>
>>>Marcus Hofschuster
>>>
>>>
>>
>>
>>
>>--
>>
>
>Meine Visitenkarte Online:
>www.wein-plus.de/karte/knalli@chello.at
>
>Dieser Beitrag wurde mit dem webbasierten Zugang zum Forum
>erstellt:
>www.wein-plus.de/forum/
>
>
>
>--
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