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Re: AW: Re: Neue Technologien im Weinausbau

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Betreff: Re: AW: Re: Neue Technologien im Weinausbau

Datum: 2005-03-26 20:29:20
Absender:  "EUVIN"




Hallo Freunde!

auch als nicht besonders anspruchsvoller Weinkonsument
sind mir alle mechanischen, biologischen und chemischen
Hilfsmittel in der Vinifizierung eher suspekt!

Ich sehe nicht ein, warum ein vom Winzer in seinen Weinbergen
unter den typischen Bedingungen (Boden, Klima, Regen, Sonne etc.)
bestens gepflegtes und incl. optimalem Lesetermin erzeugtes,
gesundes Lesegut beim Keltern und im Keller mit den genannten
Methoden vergewaltigt und verfälscht werden soll.

Wie heißt es doch so schön im Weinbau:
"Weniger ist mehr und später ist früher"

Grüsse von Freddy





>Hallo Peter,
>warum hier sogenannte Profis nicht
>geantwortet haben, glaube ich zu wissen.
>Nun bin ich auch nicht der große Experte,
>jedoch - was soll diese Verkostung?
>Du kannst in einer seriösen Verkostung
>nur Weine aus gleichem Traubenmaterial
>gegenüberstellen. Und man braucht für die
>hier schwierige Moderation außergewöhnliche
>Sachkenntnisse.
>Ich habe das Gefühl, daß bei Dir eher das
>Spektakuläre überwiegt. Da ist der Schaden
>größer als der Nutzen.
>
>Während der Versuchsphase mußten neben den
>mostkonzentrierten Weinen auch Weine ohne
>und mit ähnlicher traditioneller Anreicherung
>aus der gleichen Charge hergestellt werden.
>Nur diese können miteinander verglichen werden.
>Aber diese parallele Herstellung gibt es
>nicht mehr.
>
>> Einen Amarone oder Recioto bekommt man
>> ja schon im Supermarkt
>
>So kann man keine Vergleichsverkostung erstellen.
>Wenn diese gegen einen Strohwein aus Österreich
>gestellt werden, müssen falsche Schlüsse gezogen
>werden.
>
>> Warum diese Mauer des Schweigens?
>> Oder habe ich mich nur im falschen Forum angemeldet?
>> Was bezwecken so viele Winzer mit ihrer Geheimniskrämerei?
>> Erzeugen sie damit doch nur Misstrauen!
>
>Das ist doch Käse. Mit diesem Anspruch werden sich
>doch noch weniger als keine melden.
>Ich selbst halte es jedenfalls so:
>Es ist meine Freizeit, die mal üppiger und mal
>sparsam bemessen ist. Wenn ich Lust habe, schreibe
>ich was. Und wenn ich keine habe, schreibe ich nichts.
>Einem Zwang unterwerfe ich mich nicht.
>Das wird bei den Meisten nicht anders sein.
>Zur Verkostung: Ich selbst mache nur das, was ich
>auch gut kann. Die Problematik ist beim Konzentrations-
>Vergleich größer, als Du glaubst.
>Und das kannst Du nicht können.
>
>Freundliche Grüße
>Jürgen
>
>-----Ursprüngliche Nachricht-----
>Von: weinforum_owner@apris.de [mailto:weinforum_owner@apris.de]Im
>Auftrag von Heide und Peter-Chr. Ellwardt
>Gesendet: Freitag, 5. März 2004 16:12
>An: weinforum@wein-plus.de
>Betreff: [weinforum] Re: Neue Technologien im Weinausbau
>
>
>Hallo Thomas Deck,
>
>lassen wir einmal die Wünschelrute in der Ecke liegen.
>Ob eine Probe sinvoll oder unsinnig ist, hängt in erster Linie von
>der
>Fragestellung ab, die einer Probe zugrunde liegt.
>
>In meiner Probe möchte ich den Teilnehmern (übrigens alles keine
>Profis,
>sondern interessierte Laien, die auch etwas über die Weinerzeugung

>erfahren
>wollen) die verschiedenen Verfahren der Mostkonzentration
>vorstellen. Dazu
>gehört selbstverständlich auch das Saignée-Verfahren, das Trocknen

>der
>Trauben und natürlich auch der Eiswein.
>
>Dazu geeignete Weine zu beschaffen, halte ich für nicht so schwer.
>Einen
>Amarone oder Recioto bekommt man ja schon im Supermarkt - ich
dachte
>aber
>eher an einen Strohwein aus Österreich.
>
>Natürlich hätte ich am liebsten Weine aus gleichem Traubenmateriel,
>die mit
>verschiedenen Verfahren konzentriert wurden, damit man selbst
>erfahren
>kann, was diese Technologien bringen.
>Warum soll eine solche Erkenntnis nur Euch Profis vorbehalten
>bleiben?
>Ich hatte gehofft, von diesen Profis Unterstützung erhofft,
erklären
> doch
>einige von Ihnen im Forum "talk-about-wine", dass sie solche Weine

>probiert
>haben. Warum diese Mauer des Schweigens? Oder habe ich mich nur im

>falschen
>Forum angemeldet?
>Was bezwecken so viele Winzer mit ihrer Geheimniskrämerei? Erzeugen
>sie
>damit doch nur Misstrauen!
>
>Woher wissen Sie, dass die verschiedenen Konzentrationsverfahren
den
>Wein
>geschmacklich nicht verschieden beeinflussen?
>
>Bevor ich aber die Astrologie oder mir die Karten lege, werde ich
>auf
>anderen Wegen mein Glück versuchen. All denen, die mir persönlich
>Tipps
>übermittelt haben, möchte ich danken
>
>Gruß aus Braunschweig
>
>Peter Ellwardt
>
>
>"Thomas Deck" <thomas.deck@gmx.de> schrieb:
>> Hallo,
>>
>> MK ist sensorisch nicht von anderen Konzentrationsmethoden
>> unterscheidbar, deswegen kann ich einen Sinn einer solchen Probe
>nicht
>> erkennen. Außerdem gibt es noch viele andere (weniger technische)
>> Konzentrationsmethoden, über die seltsamerweise nie diskutiert
>wird.
>> Eine davon ist z.B. die Saignée, bei der ein Teil des Saftes vor
>der
>> Vergärung entnommen und anderweitig verwendet wird (letzteres ist
>> angeblich verboten, der Grund ist mir allerdings nicht klar).
>> Wasserentzug ist auch durch irgendwelche Art der künstlichen
>Trocknung
>> denkbar (dies wird z.B. großtechnisch im Valpolicella
>durchgeführt).
>> Mit Sicherheit gibt es eine ganze Palette von Methoden, über die
>> leider nicht offen gesprochen wird.
>>
>> Und wenn ein Spätburgunder von Johner anders schmeckt als einer
>von
>> Bercher, hat das mit der MK am wenigsten zu tun.
>>
>> Ein solche Verkostung hätte nur Sinn, wenn man ein und denselben
>Wein,
>> mit verschiedenen Konzentrationsmethoden erzeugt, vergleichen
>könnte.
>> Solche Verkostungen gab es schon, aber an entsprechende Muster
>kommen
>> nur Profis ran.
>>
>> Auf der ProWein erzählte mal wieder ein Winzer, die MK würde die
>> "innere Struktur" des Weines verändern. Aber wie üblich konnte er
>> nicht darlegen, wie bei den anderen, "natürlichen"
>> Konzentrationsmethoden, verhindert wird, dass die innere Struktur
>> verändert wird. Egal, wie ich das Wasser entziehe: Ein Teil der
>> Geschmacksstoffe geht immer mit raus. Geaschmacksstoffe gehen
>auch
>> beim Abstich oder beim Klären mir raus. All das verändert die
>innere
>> Struktur des Weins.
>>
>> Ganz drastisch wird die innere Struktur des Weins (bzw. der
>Trauben)
>> zwischen Anfang Oktober und Anfang November verändert. Wer
>Anfang
>> Oktober erntet, wird also einen ganz anderen Wein bekommen als
>der,
>> der Anfang November erntet. Analoges gilt mehr oder weniger für
>jede
>> einzelne kellertechnische Maßnahme. Von der Röstung der
>Barriquefäs se r
>> ganz zu schweigen
>>
>> Wer unter all diesen Faktoren die MK blind herausschmecken kann,
>hat
>> auch gute Karrierechancen als Astrologe oder Wünschelrutengänger.
>>
>>
>> Thomas Deck
>>
>>
>> On 01 Mar 2004 17:18 GMT, hup.ellwardt@t-online.de (Heide und
>> Peter-Chr. Ellwardt) wrote:
>>
>> >Hallo liebe Forumianer,
>> >
>> >am 10. Januar wagte ich erstmals eine Frage ans Forum zu richten
>und bat
>um Mitteilung von Weinbaubetrieben, die eine Mostkonzentration,
sei
>es
>durch Vakuumverdampfung, Umkehrosmose oder Kryoextraktion,
>durchführen.
>In einer Verkostungsrunde in Braunschweig möchte ich eine
Weinprobe
>zu
>diesem Thema durchführen und suche deshalb Weine, die mit Einsatz
>der
>neuen technologischen Verfahren erzeugt wurden.
>> >Leider erhielt ich auf meine Anfrage keinerlei Antwort, obwohl
>ich mir
>ziemlich sicher bin, das unter den Experten der Forumianer mehrere
>mir
>hätten weiter helfen können. Darum richte ich nochmals meine Bitte
>ans
>Forum. Sollte es nicht opportun sein, entsprechende Weinbaubetriebe
>namentlich ins Forum zu stellen, wäre ich sehrdankbar, wenn man die
>Mitteilung direkt an meine E-mail-Adresse senden würde.
>> >
>> >Gruß aus Braunschweig
>> >
>> >Peter Ellwardt
>> >Tel.: 0531-612167
>> >E-mail: hup.ellwardt@t-online.de
>
>
>

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