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Re: AW: Re: Riesling auf Buntsandstein

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Betreff: Re: AW: Re: Riesling auf Buntsandstein

Datum: 2005-10-31 23:21:07
Absender:  "Stephan Buse"






Lieber Sam,

was mir bleibt sind meine Wahrnehmungen:
1. Ich bin durchaus der Meinung, dass Rieslinge von
Buntsandsteinlagen bzw. von Lagen mit Anteilen von Buntsandstein eine
spezielle Ausprägung besitzen und sich sensorisch mitunter deutlich
von Rieslingen aus Lagen mit anderen Böden unterscheiden. Ich fände
es sehr spannend, einmal eine Verkostung von Rieslingen aus dem
Trierer Augenscheiner, dem Oberweseler Ölsberg, dem Kauber Roßstein,
dem Homburger Kallmuth, dem Bürgstadter Centgrafenberg, dem
Klostergut Fremersberg Feigenwäldchen, ..... zu veranstalten.
Vielleicht entspringt es ja nur meiner Einbildung, aber ich glaube,
dass der Buntsandstein ebenso wahrzunehmen ist wie der Schiefer
anderer Lagen.
2. Rieslinge aus diesen Lagen erzielen, wenn sie denn überhaupt
bewertet werden, eher geringere Noten. Ausnahmen (etwa die
Buntsandsteinrieslinge des pfälzer Weinguts Dr. Wehrheim) bestätigen
auch hier die Regel.

Nun bin ich kein professioneller Weinkritiker sondern nur
Rieslingliebhaber, dem die Rieslinge aus den Buntsandsteinlagen
besonders gefallen. Und ich wundere mich darüber, das eben diese
Rieslinge, die mir ans Herz gewachsen sind, in der Weinkritik
tendenziell schlechter wegkommen, in meinen Augen (ganz subjektiv!)
eben pointiert gesagt "permanent unterbewertet" werden. Und zu dieser
niedrigeren Bewertung passt wie die Faust aufs Auge auch jener Satz:
"Während die Lagen an der Saar und in Piesport mit Riesling bestockt
sind, wurden auf den Buntsandsteinböden des Trierer Augenscheiners
vorwiegend die besser zu dem eigenwilligen Terroir passenden
Burgundersorten gepflanzt."
(Wer auch immer diesen Satz formuliert hat, mir scheint, dass der
Begriff "Terroir" in Verbindung mit "eigenwillig" hier eben auf den
Buntsandstein abzielt und nicht auf das Kleinklima oder gar den
Winzer.)
Werden diese Weine nicht verstanden, entsprechen sie nicht den
Erwartungen an einen Riesling, oder werden sie ausschließlich von
Winzern erzeugt, die meist nur mittelprächtige bzw. stark schwankende
Ergebnisse erzielen können, oder ist eine Buntsandsteinlage von ihrem
Boden her ein für den Riesling und seinen Winzer per se eher
schwieriges Terrain?


>Aber
>schwankende Ergebnisse sind doch kein Beleg dafür, dass die
>Weine der Lage "generell eher unterbewertet" werden, oder?

Nein, da gebe ich Dir Recht. Aber sie scheinen mir ein Hinweis darauf
zu sein, dass irgendwo ein Problem liegt, und dies meiner Beobachtung
nach nicht nur in einzelnen, sondern in der überwiegenden Zahl der
Buntsandsteinlagen in Deutschland.
Und daher frage ich noch einmal: Werden diese Weine nicht verstanden,
entsprechen sie nicht den Erwartungen an einen Riesling, oder werden
sie ausschließlich von Winzern erzeugt, die meist nur mittelprächtige
bzw. stark schwankende Ergebnisse erzielen können, oder ist eine
Buntsandsteinlage von ihrem Boden her ein für den Riesling und seinen
Winzer per se eher schwieriges Terrain?
Oder sehe ich hier nur Gespenster? ;-)
Oder trinke ich nur Weine, die viel schlechter sind als ich glaube??
=-O

Mit freundlichen Grüßen

Stephan


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