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Re: AW: Re: es muss kein Wein gewesen sein.....

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Betreff: Re: AW: Re: es muss kein Wein gewesen sein.....

Datum: 2006-02-17 10:44:24
Absender:  "Andreas Haeger"




Hallo Mauro,

>Wie so oft ist es aber von enormem Vorteil, "zwischen" den Zeilen
>zu lesen oder besser gesagt,
>die Bedeutung der einzelnen Begriffe zu kennen.

Hallo Mauro,

um eine Kommunikation zu ermöglichen, müssen die verwendeten Begriffe
einheitlich definiert sein. Das Lesen "zwischen den Zeilen" kann zu
einer Vermischung mit der eigenen Phantasie führen, man dichtet etwas
hinein, was u.U. so gar nicht gemeint ist.

>einige Beispiele:
>"schöne Süsse" bezieht sich nicht unbedingt nur auf die Restsüsse
>des Weins, sondern kann sich sehr wohl
>auch auf die Alkoholkonzentration beziehen.

Den Begriff "Süße" sehe ich nicht als Problem, weil er einheitlich
verstanden wird. Ob dieser Süße-Eindruck durch Weinsäuren, Glycol,
Restzucker oder etwas anderes hervorgerufen wird, ist zunächst nicht
so wichtig. Wichtig wäre mir aber bei einer VKN, ob die Süße nur
riechbar ist oder riechbar und schmeckbar oder nur schmeckbar (das
läßt auch Rückschlüsse auf die Ursache des Süße-Eindrucks zu).

>"Gute Länge" kann sich auf den Abgang/Finish,
>sowie auf die Intensität in der Nase aber auch auf retro nasale
>Komponenten beziehen die in der Begutachtung
>des Weines mit einbezogen werden.

Auch "Länge" ist verständlich kommunizierbar, man bezieht sich auf
den Nachgeschmack, den der Wein hinterläßt.

>"Moos und welkes Laub vermischt mit noblen erdigen Würznoten" kann
>heissen, dass der Wein
>in der Nase so riecht, im Zungen sowie im Gaumenbereich diesen
>Eindruck von Laub und Erde verstärkt.

Ich esse ja so einiges, manchmal sogar junges Laub bei einem
Waldspaziergang. Aber Erde, Moos und welkes Laub habe ich bisher noch
nicht probiert und kann daher auch nicht sagen, ob ein Wein danach
schmeckt. Ob diese Assoziationen korrekt sind, will ich dahingestellt
sein lassen. Ein Wein der nach Tee, Moos, Erde, Nougat, Nuss und Laub
(und nichts anderem) schmeckt oder riecht, wäre für mich jedenfalls
etwas sehr seltsames.

Ich wiederhole die komplette Notiz noch einmal - beachte nur, was
dort wirklich steht und denke keinen Kontext hinzu:

>Tee, Moos und welkes Laub vermischt mit noblen erdigen Würznoten,
>schöne Nougattöne, im Mund ebenfalls sehr nussig, direkt
>ansprechend, sehr gut stützende Säure

Kann man daraus überhaupt erkennen, daß es ein Wein ist?

>dass viele Weintrinker
>noch nie den Duft von echten Früchten, Beeren, Laub, Wald, Pilzen
>oder von Gewürken und Kräutern kennen.

Im Garten wachsen bei mir reichlich Kräuter, Früchte und Beeren. Und
ich komme vom Lande, der Wald war direkt nebenan. Dennoch wird meine
Wahrnehmung nur wenig von solchen Assoziationen bestimmt und wenn sie
auftreten, dann sind sie sekundär (der Wein riecht/schmeckt auch ein
wenig nach xyz).

Gruß

Andreas


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