Re: Beanstandung (war: Cornelissen)
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Betreff: Re: Beanstandung (war: Cornelissen)
Datum: 2006-03-01 11:48:20Absender: "Werner Elflein"
Hallo Jürgen,
zunächst einmal freue ich mich, dass du dir die Zeit genommen hast,
um den "Mongibello 1" einmal persönlich unter die Lupe zu nehmen.
Inzwischen glaube ich allerdings, dass es hier bezüglich des
Flaschenzustands wohl doch einige Diskrepanzen geben muss. Flüchtige
Säure oder Acetaldehyd haben wir definitiv nicht gerochen. Das liegt
nicht an der "Gruppendynamik", die du uns unterstellst, sondern
vielmehr daran, dass beides in unserer Flasche nicht in signifikanter
Ausprägung vorhanden war.
Du erwähntest, dass deine Flasche aus Belgien stammte. Vermutlich von
dem gleichen Händler, über dessen Mischkalkulation neulich an dieser
Stelle bereits die Rede war? Da der in Köln verkostete Wein wohl auch
aus dieser Quelle stammt (ich nehme an, Bernd Handschuh, der uns auf
den belgischen Händler aufmerksam machte, hat den Wein dort auch
bezogen), stellt sich mir die Frage, ob die belgischen Flaschen nicht
tatsächlich schwächer sind.
Aufgrund der Vinfikation sind "Mongibello 1" und "Magma 1" gegenüber
Temperaturschwankungen auf der Flasche wohl nicht so stabil, wie man
dies von Weinen kennt, die wir sonst gewohnt sind. Unsere Händlerin
in Kaarst hat bewusst mit dem Transport gewartet, bis es kühler wurde
- was aufgrund des milden Herbsts eine Verzögerung der Lieferung bis
in den November hinein zur Folge hatte - und die Weine in gekühlten
Lkw transportieren lassen. Sie hat diesen Aufwand bestimmt nicht
betrieben, weil sie Spaß daran hat, den Speditionen das Geld in den
Rachen zu werfen.
Ich werde jedenfalls in den nächsten Tagen eine weitere Flasche
"Mongibello 1" öffnen und mich dann noch einmal in Ruhe mit dem Wein
auseinandersetzen.
Viele Grüße
Werner
>Hallo Forum,
>endlich durfte ich den Mongibello verkosten.
>Trotz der Forumsabstinenz, die ich mir auf Grund
>der Vorkommnisse im Unmodweinforum (ich habe
>Persönlichkeitsdefizite, neige zu Ausfällen,
>meine Mails werden von mal zu mal schlechter)
>verordnet habe, möchte ich doch meine eigenen
>und die Verkostungseindrücke der Mitverkoster
>einmalig schildern.
>
>Besorgt wurde der Wein von einem belgischen Kommilitonen,
>verkostet vorige Woche im Rheingau von
>10 berufsmäßigen Sensorikern blind in einer Reihe
>internationaler Weine mit schriftlichen Aufzeichnungen.
>Eine zweite Flasche sollte in Geisenheim analysiert werden.
>Das sensorische Ergebnis war in den wichtigsten
>Aussagepunkten identisch:
>Hochfarbig trüb, deutlich flüchtige Säure, Acetaldehyd
>und überhöht Milchsäure, im Hintergrund verwaschene Aromen
>nach gekochten Him- und Erdbeeren, im Geschmack etwas
>Mineralik, unangenehme Sauerkrautaromatik eines
>verschleppten BSA