Re: Biowein aus Kroatien
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Betreff: Re: Biowein aus Kroatien
Datum: 2007-03-04 18:19:14Absender: "Dr. Hermann Schöler"
Lieber Peter,
ich kann Deine Begeisterung nur teilen. Ich habe im letzten Jahr den 2003er von einer kroatischen Kollegin geschenkt bekommen und war genauso verblüf ft (ich kannte schon einige andere kroatische Weine) und begeistert. Ich habe einige Flaschen nachbestellt, nachdem meine Recherchen ergaben, dass man diese Weine auch in Deutschland erhalten kann (Fa. Budimir in Bad Homburg).
Weiterhin viele neue und angenehme Erfahrungen wünscht
Hermann.
At 16:20 04.03.2007, you wrote:
>Grüezi mitenand
>Was man doch an einem vergnügten Abend lernen
>kann!
>Gestern war ich bei einem Freund zu "osso bucco"
>eingeladen. Natürlich holte er aus seinem Keller
>ein "passende" Flasche Wein.
>"Zlatan Stijena" stand darauf, sie soll aus
>Kroatien kommen, und zwar von der "Sonneninsel"
>Hvar, vor der kroatischen Küste.
>Und noch etwas: es soll ein Bio-Wein sein, die
>Etikette verrät es, und die Rebsorte ist "Plavic Mali",
>die nur an der dalmatinischen Küste vorkommt.
>So viel neue Begriffe, so viel Unwissenheit in
>Sachen Wein, ich schämte mich....
>
>Nun, das wichtigste war: die Flasche zu öffnen
>und zu probieren. Woww, 14% Alkohol, es dürften
>- nach meinem Gefühl - deutlich mehr sein, sicher
>15 Prozent.
>In der Nase eine ganz neue Erfahrung: schwarzer
>Holunder. Habe ich wohl noch nie auf einer
>Degu-Notiz registriert. Ich meine nicht diesen
>weichen, süsslichen Blütenholundersaft, nein:
>Holunderbeeren, die früher vor allem zu Heilungs-
>zwecken eingesetzt wurden. Ich erinnere mich noch
>gut an den Holunderschnaps, den wir vor vielen
>Jahren - noch lange bevor Bio "in" war - nach einem
>Rezept einer Appenzeller-Bauernfrau angesetzt haben und
>einen Sommer lang an der Sonne reifen liessen. Ich
>habe wohl in ganz zuhinterst in meinem "Giftschrank"
>noch ein paar Tropfen davon.. Nach dieser ersten
>"Nasenzuordnung" dann das übliche... Rumtopf, Kirschen,
>Casssis, Feigen, Datteln, Gewürze...
>Himmel, hört das nie auf. Im Gaumen recht streng,
>voluminös, noch hart in den Tanninen, aber auch warm,
>aromatisch, füllig...
>Passte ausgezeichnet zum "Osso Bucco" a la Milanese.
>
>Zusause dann - anderntags, da wollte ich es etwas
>genauer wissen:
>
>Tatsächlich gehört der Wein zum Besten, was man
>aus Kroatien bekommen kann. Der "Zlatan Plavac",
>der andere etwas einfacher Wein des Winzer Zlatan
>Plenkovic wurde vom Wein- Magazin "Vinum" zum Wein des
>Monats Januar 2001 erkoren. Vinum dazu: "Die Entdeckung -
>Winzer Zlatan Plenkovic ist daran aus Plavac mali grosse
>Weine von internationalem Format zu produzieren."
>
>Dann ging's Schlag auf Schlag. Die Informationen reihten
>sich nahtlos aneinander. Im Forum des WeinWissers
>schrieb schon 2003 ein Weinfreund genau zu diesem
>Jahrgang 2001, den wir im Glas hatten:
>"Ich hätte es ehrlich gesagt nie für möglich gehalten,
>dass mich ein kroatischer Wein so faszinieren könnte.
>Kennen Sie Zlatan Stijena von Z. Plenkovic ? Hergestellt
>wird dieser Wein nach EU-Bio-Richtlinien auf der Insel Hvar.
>Dieser Wein ist absolut eine Entdeckung wert: Sehr dichtes
>Rubinrot mit feinstem Wasserrand. Sehr betörendes Bouquet.
>Cassis, Pflaumendüfte, Süsse anzeigend. Herrlich vielschichtig.
>Ausgewogene süsse Frucht anzeigend. Auch Datteln im Gaumenfluss.
>Unglaublich dicht und tänzerisch elegant. In druckvollem Abgang
>austrocknende Tannine am Schluss. Macht enormen Spass. Der Wein
>muss man unbedingt dekantieren! Jetzt: 18/20. In der Genussphase
>in vier Jahren wird er enorm zulegen."
>
>Diese Genussphase ist jetzt gekommen! Ich, jedenfalls habe
>ihn genossen, auch wenn der Wein durchaus noch ein paar
>Jahre lagern kann.
>
>Die Recherchen führten weiter: vertrieben wird der Wein bei
>"Delinat", jener Weinfachhandlung, die sich mit Bioweinen
>beschäftigt und bei der ich - vor zwei, drei Wochen - für meine
>Kolumne im Wein-plus-Magazin recherchiert habe. (Die Flasche
>kostet etwas mehr als 30 Franken = 20 Euro)
>
>Selbst im "Giftschrank" habe ich jenen kleinen Rest
>Holunderschnaps gefunden, den ich neben den Wein stellte:
>und siehe da, die