Re: Biowein aus Kroatien
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Betreff: Re: Biowein aus Kroatien
Datum: 2007-03-05 12:19:02Absender: "Christian Segers"
Tach aber auch , lieber Peter ..... Du "alter" Zweifler , Du
"besserst" Dich ja und genießt nun auch mal andere neben den
"ELITAEREN" , den sog. *TOP 100* aus dem Bordeaux !
Macht doch Spass , hier so mit >freier Nase so "schnuppern"
und auf den " Spuren der Röemer " in Kroatien so feine wie
herrlich "reine" Weine zu finden und zu genießen ! Ich be-
neide Dich um Deine Freunde , die > *so* < kochen und diese
Weine schätzen und kennen! Die Olle Weinnase; nachdenklich!
-------- Original-Nachricht --------
Datum: Sun, 4 Mar 2007 16:20:50 +0100
Von: "Peter Züllig" <zuelligpe@bluewin.ch>
An: weinnase@gmx.de
CC:
Betreff: [weinforum] Biowein aus Kroatien
> Grüezi mitenand
> Was man doch an einem vergnügten Abend lernen
> kann!
> Gestern war ich bei einem Freund zu "osso bucco"
> eingeladen. Natürlich holte er aus seinem Keller
> ein "passende" Flasche Wein.
> "Zlatan Stijena" stand darauf, sie soll aus
> Kroatien kommen, und zwar von der "Sonneninsel"
> Hvar, vor der kroatischen Küste.
> Und noch etwas: es soll ein Bio-Wein sein, die
> Etikette verrät es, und die Rebsorte ist "Plavic Mali",
> die nur an der dalmatinischen Küste vorkommt.
> So viel neue Begriffe, so viel Unwissenheit in
> Sachen Wein, ich schämte mich....
>
> Nun, das wichtigste war: die Flasche zu öffnen
> und zu probieren. Woww, 14% Alkohol, es dürften
> - nach meinem Gefühl - deutlich mehr sein, sicher
> 15 Prozent.
> In der Nase eine ganz neue Erfahrung: schwarzer
> Holunder. Habe ich wohl noch nie auf einer
> Degu-Notiz registriert. Ich meine nicht diesen
> weichen, süsslichen Blütenholundersaft, nein:
> Holunderbeeren, die früher vor allem zu Heilungs-
> zwecken eingesetzt wurden. Ich erinnere mich noch
> gut an den Holunderschnaps, den wir vor vielen
> Jahren - noch lange bevor Bio "in" war - nach einem
> Rezept einer Appenzeller-Bauernfrau angesetzt haben und
> einen Sommer lang an der Sonne reifen liessen. Ich
> habe wohl in ganz zuhinterst in meinem "Giftschrank"
> noch ein paar Tropfen davon.. Nach dieser ersten
> "Nasenzuordnung" dann das übliche... Rumtopf, Kirschen,
> Casssis, Feigen, Datteln, Gewürze...
> Himmel, hört das nie auf. Im Gaumen recht streng,
> voluminös, noch hart in den Tanninen, aber auch warm,
> aromatisch, füllig...
> Passte ausgezeichnet zum "Osso Bucco" a la Milanese.
>
> Zusause dann - anderntags, da wollte ich es etwas
> genauer wissen:
>
> Tatsächlich gehört der Wein zum Besten, was man
> aus Kroatien bekommen kann. Der "Zlatan Plavac",
> der andere etwas einfacher Wein des Winzer Zlatan
> Plenkovic wurde vom Wein- Magazin "Vinum" zum Wein des
> Monats Januar 2001 erkoren. Vinum dazu: "Die Entdeckung -
> Winzer Zlatan Plenkovic ist daran aus Plavac mali grosse
> Weine von internationalem Format zu produzieren."
>
> Dann ging's Schlag auf Schlag. Die Informationen reihten
> sich nahtlos aneinander. Im Forum des WeinWissers
> schrieb schon 2003 ein Weinfreund genau zu diesem
> Jahrgang 2001, den wir im Glas hatten:
> "Ich hätte es ehrlich gesagt nie für möglich gehalten,
> dass mich ein kroatischer Wein so faszinieren könnte.
> Kennen Sie Zlatan Stijena von Z. Plenkovic ? Hergestellt
> wird dieser Wein nach EU-Bio-Richtlinien auf der Insel Hvar.
> Dieser Wein ist absolut eine Entdeckung wert: Sehr dichtes
> Rubinrot mit feinstem Wasserrand. Sehr betörendes Bouquet.
> Cassis, Pflaumendüfte, Süsse anzeigend. Herrlich vielschichtig.
> Ausgewogene süsse Frucht anzeigend. Auch Datteln im Gaumenfluss.
> Unglaublich dicht und tänzerisch elegant. In druckvollem Abgang
> austrocknende Tannine am Schluss. Macht enormen Spass. Der Wein
> muss man unbedingt dekantieren! Jetzt: 18/20. In der Genussphase
> in vier Jahren wird er enorm zulegen."
>
> Diese Genussphase ist jetzt gekommen! Ich, jedenfalls habe
> ihn genossen, auch wenn der Wein durchaus noch ein paar
> Jahre lagern kann.
>
> Die Recherchen führten weiter: vertrieben wird der Wein bei
> "Delinat", jener Weinfachhandlung, die sich mit Bioweinen
> beschäftigt und bei der ich - vor zwei, drei Wochen - für meine
> Kolumne im Wein-plus-Magazin recherchiert habe. (Die Flasche
> kostet etwas mehr als 30 Franken = 20 Euro)
>
> Selbst im "Giftschrank" habe ich jenen kleinen Rest
> Holunderschnaps gefunden, den ich neben den Wein stellte:
> und siehe da, die