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Re: Blameful Ornellaia - blameless Riesling

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Betreff: Re: Blameful Ornellaia - blameless Riesling

Datum: 2005-11-08 13:23:23
Absender:  "Werner Elflein"




>> Hier ging es doch offensichtlich nicht um die
>> italienischen Weine als solche, sondern um eine
>> von FUB in Köln präsentierte Auswahl
>
>dann solltest du dir verallgemeinernde Sätze wie bspw.
>diesen sparen:
>
>"Ansonsten sind die Italiener wahre Künstler, wenn es
>um flüchtige Säure und extrem sperrige Tannine gibt."

Hallo Artur,

gerade dieser Satz hat ja durchaus - über die an diesem Tag
angestellte Auswahl hinweg - eine gewisse Gültigkeit, oder willst du
das ernsthaft bestreiten? Beim Amarone gehört die flüchtige Säure
schon fast zum guten Ton, und ich habe auch schon etliche toskanische
Rotweine verkostet, die eine solche aufwiesen. Das mag ja bis zu einem
gewissen Level gerade noch tolerierbar sein, streng genommen ist es
aber ein Manko, auch wenn viele Kritiker dies nicht ansprechen
(wollen), weil sie es für regionaltypisch halten oder - und dies
durchaus mit einer gewissen Berechtigung - dem Sangiovese
zuschreiben.

>> Beim Thema Italien kommt jedoch hinzu, dass etliche
>> Erzeuger glauben, ihre zum Teil wirklich schwachen
>> und von willfährigen Journalisten hochgepushten Weine
>
>diese Journalisten heißen wie?

Nun komm schon, tu nicht so, als wüsstest du nicht, wen ich meine.
Oder glaubst du wirklich, Weine wie Ornellaia hätten heute auch nur
annähernd eine vergleichbar hohe Bewertung, wenn sie nicht mit Hilfe
von Journalisten auf das Podest gehoben worden wären? Wie will man
dieses Zeug denn sonst den Etikettentrinkern schmackhaft machen, wenn
nicht durch (Parker-)Punkte.

>> Wie hoch sind denn die Produktionskosten einer Flasche
>> Ornellaia? Steht der geforderte Preis noch in irgend
>> einer halbwegs gesunden Relation zur vorhandenen Qualität?
>
>Ornellaia hat sich einen sehr guten Ruf aufgebaut. Steht
>der geforderte Preis für einen Premier aus Bdx in einer
>vernünftigen Relation zur Qualität? Auch nicht!

Das habe ich auch nicht behauptet. Die Preisforderungen einiger
Chateaux sind ähnlich überzogen, wie die ihrer italienischen
Kollegen. Aber hier bewegt sich jedenfalls zurzeit einiges. Als ich
letztens von Graf Neipperg gehört habe, zu welchem Preis der 2004er
Canon-La-Gaffeliere auf den Markt kommen soll, habe ich nur gestaunt.
Hey, der Wein ist wirklich für Ottonormalweinfreak bezahlbar!
In Bordeaux gehen die Preise wenigstens auch mal wieder runter (auch
wenn's einige Chateaux noch nicht geschnallt haben mögen). In Italien
bleiben sie (vorerst) absurd hoch.

Viele Grüße
Werner

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