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Re: DAC in Austria

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Betreff: Re: DAC in Austria

Datum: 2010-03-16 17:30:12
Absender:  "gerhard praesent"



Hallo Herbert,

> Kann mir heute jemand (der österreichischen Forumsteilnehmer) noch auf
> Anhieb und ohne große Überlegungen alle DAC-Gebiete und ihre
> gebietsspezifischen Bestimmungen , die wir zwischenzeitlich haben, nennen?

die Gebiete schon, auch die Rebsorten und Typizitäten, die detaillierten
Bestimmungen brauch ich als Konsument nicht zu kennen .... so wie der
Burgunderliebhaber
den Mindestalk. von Romanee-Conti auch nicht wissen muß. ;-)

Generell stehe (stand) ich der Idee als Weinfreund ja positiv gegenüber, die
DAC Weinviertel hat mich zB anfangs überzeugt - und ich habe auch etliche
wirklich gute und typische Vertreter gefunden und auch als Alltagswein
gekauft.

Auch Mittelburgenland DAC ist ok.

Bie den 3 benachbarten und sich sehr ähnlichen DACs Traisental, Kremstal und
Kamptal war ich schon skeptisch .... denn mir sind zwar einige gute
Produzenten aus den Gebieten bekannt, irgendeine lokalspezifische Typizit ät
kann ich aber nicht nennen - und die Rebsorten GV + R sind ja identisch.

Mit DAC Leithaberg wurde glaub ich der Bogen überspannt, 5 Rebsorten, rot
und weiss - und eine ziemlich große Region - wo bleibt da das Typische,
Wiederekennbare ?

DAC Eisenberg hingegen klingt wieder plausibler - vom Verschlußproblem
einmal abgesehen ... (da halt ich mich raus ... hab da so meine Ansicht) -
nur ist es schon wieder ein Blaufränkisch (also ob es keinen Zweigelt,
Blauburgunder, St.Laurent etc. gäbe ... natürlich nicht dort!)

Ich sehe also die DACs nicht so negativ wie du, nur die Richtung und
Einseitigkeit der Entwicklung besorgt mich etwas ... wir haben jetzt schon 5
x GV, 3 x Riesling, 2 x BF, wobei die "Einmaligkeit" dieser Weine ein
bißchen fragwürdig ist - aber etliche andere Qualitätssorten sind nicht
vertreten (ob Neuburger eine ist, darüber kann man ja diskutieren)
.
Ob sich andererseits die Wachau bzw. Steiermark (Steir. Klassik etc.) von
diesem Trend vereinnahmen lassen wird, wage ich zu bezweifeln.

Was die geringen Mengen für Export betrifft: GV bzw. Blaufränkisch gibts
nun nicht sooo wenig in diesen Gebieten - und wenn die Partien zu groß sind,
ist´s mit der Qualität eh wieder Essig - dann wären wir wieder beim Roten
und Weissen Storch ....

und BTW: Vosne-Romanée, Savigny-les-Beaune und Batard-Montrachet gibts
sicher noch weniger ... Cote-Rotie ebenso .... aber wenns die Leute wollen,
bekommen sie´s (für gutes Geld)
;-)

Schöne Grüße
Gerhard



----- Original Message -----
From: "weingeist" <weingeist@telering.at>
To: <tache@direkt.at>
Sent: Tuesday, March 16, 2010 4:11 PM
Subject: [weinforum] DAC in Austria


> Liebe Weinfreundinnen und Weinfreunde!
>
> Ich schreibe, animiert durch den Beitrag von Michael P. über die neue DAC
> Eisenberg, wo er sich zu Recht wegen der Vorgabe des Korkverschlusses
> etwas
> aufgeregt hat, einmal einige Zeilen (in sehr gekürzter Fassung) aus
> meiner
> Sicht, zu diesem leidigen Thema "DAC in Austria".
>
> Schon bei den ersten Überlegungen zu dem Thema DAC hat sich für mich die
> Sinnhaftigkeit einer solchen Regelung für Österreich gestellt. Wenn dann
> noch die Argumente aus dem Weinmarketing gekommen sind, dass man so etwas
> in
> Österreich braucht, um dem Konsumenten (hauptsächlich im Ausland, ich
> denke
> nicht, dass im österreichischen Lebensmittelhandel jemand stark auf DAC
> achtet) einen bestimmten Geschmack bei einer gekauften Flasche Wein zu
> vermitteln bzw. eine bestimmte Erwartungshaltung bei einem solchen Wein zu
> befriedigen, dann müsste unsere Jahresproduktion schon einen wesentlich
> größeren Ausstoß haben, als wir es in den kleinen DAC-Gebieten jemals
> erreichen können.
>
> Unsere Weinbaugebiete sind doch bitte für die angestrebten Ziele viel zu
> klein. Einzig das Weinviertel wäre vielleicht noch groß genug gewesen,
> aber
> hier haben wir dafür wieder das Problem, das in unterschiedlichsten
> Regionen
> und auf unterschiedlichsten Böden die unterschiedlichsten Grünen
> Veltliner
> (sind wir doch dankbar dafür) wachsen. Wieso teilen wir denn innerhalb
> von
> Österreich, innerhalb von Niederösterreich und sogar innerhalb des
> Weinviertels auch noch dieses selbst in bestimmte Gebiete wie südliches
> Weinviertel oder nördliches Weinviertel,....?
>
> Übrigens, die DAC Weinviertel hätte mich fast bekehrt. Die Anfangserfolge
> waren da, nur gemacht hat man daraus nichts. Heute hört man schon an
> allen
> Ecken und Enden (in Österreich sagt man dazu auch "die Spatzen pfeifen es
> schon von den Dächern"), dass die Weine zum Teil enttäuschen, dass die
> Qualität nicht überall einem DAC würdig ist, dass sogar zum Teil die
> Marketingmaßnahmen den gewünschten Erfolg schmälern, da sie nicht
> konsequent, konzentriert und zielorientiert eingesetzt werden. Wir sind
> also
> wieder dort, wo wir schon einmal waren - jeder Winzer kocht sein eigenes
> Süppchen (was ich vollkommen verstehe).
>
> Kann mir heute jemand (der österreichischen Forumsteilnehmer) noch auf
> Anhieb und ohne große Überlegungen alle DAC-Gebiete und ihre
> gebietsspezifischen Bestimmungen , die wir zwischenzeitlich haben, nennen?
> Ich denke, wenn wir ehrlich sind, brauchen wir dazu alle das
> österreichische
> Weingesetz mit seinen einzelnen DAC-Verordnungen. Man kann allen
> Verantwortlichen zu diesem "Erfolg" nur beglückwünschen. Wenn dann in
> regionalen Komitees noch Leute sitzen, für die der Korkverschluss
> anscheinend noch immer das absolute NonPlusUltra in der
> Verschlussdiskussion
> darstellt, sodass sie diesen für bestimmte Weine auch noch vorschreiben,
> und
> es andererseits aber auch seitens der Winzerschaft die Bereitschaft dazu
> gibt, bei einer solchen Sache mitzuspielen, und nicht vehement dagegen
> aufzutreten, erübrigt sich für mich eigentlich jede weitere Diskussion
> darüber. Gute Nacht Österreich! Gute Nacht DAC!
>
> Liebe Grüße
> Herbert
> vulgo weingeist (der sich selten im Forum zu Wort meldet, aber gerne
> mitliest)
>
>
>
> Für alle die es vielleicht doch interessiert, meine, im Jahr 2000 zu
> diesem
> Thema gegenüber österreichischen Meinungsbildnern geäußerten Gedanken
> (Achtung sehr lange):
>
> "Nüchterne" Betrachtung eines Weinfreundes zu diesem Thema
>
> Längere Zeit schon, genauer gesagt meines Wissens nach bereits seit
> Anfang
> 1998, tauchen in der österreichischen Weinlandschaft diese magischen drei
> Buchstaben in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen immer wieder auf.
> Befürworter und Gegner setzen sich an "runde" Tische, um jeweils den
> Anderen
> von der Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit, je nachdem aus welchem
> Blickwinkel man die ganze Sache betrachtet, zu überzeugen. Als kritischer
> Weinfreund, der sich mit der österreichischen, wie mit der ausländisc he n
> Weinlandschaft doch recht intensiv auseinandersetzt, muss ich ehrlich
> gestehen, dass sowohl positive wie auch negative Aspekte, gerade bei dem
> Thema DAC, eng nebeneinander liegen. Trotzdem überwiegt bei mir
> persönlich
> eine eher ablehnende Haltung zur Einführung des Begriffes "DAC". Warum
> dies
> so ist, möchte ich im Folgenden näher erläutern. Zu diesem Zweck sollten
> wir
> uns einmal näher überlegen bzw. in Erinnerung rufen,
> wozu und von wem überhaupt diese Diskussion vom Zaun gebrochen wurde.
>
> Dr. Berthold Salomon, Chef der Österreichischen Weinmarketing
> Gesellschaft,
> sieht große Probleme bei der Vermarktung österreichischen Weines im
> internationalen Wettbewerb aufgrund der komplizierten und überladenen
> Etiketten. Daher wurde von ihm laut über eine