Re: Fragen zur Weinlagerung
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Betreff: Re: Fragen zur Weinlagerung
Datum: 2007-03-16 08:52:07Absender: Werner Müller
Clemens Gerke schrieb:
> Hallo Weinfreunde,
>
> folgendes Problem macht mir zu schaffen:
>
> Nach meinem Umzug nach Hamburg ist mein Keller zwar endlich geräumig
> genug, so daß ich mir keine Platzsorgen mehr machen muß. Leider liegt
> die Temparatur über 20 Grad. Was kann ich machen?
>
> - Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben, indem ich das Fenster
> öffne und für instabile aber tendenziell unter 20 Grad liegende
> Temparaturen sorge? (zumindest solange kein Sommer ist)
> - Ein Weinklimaschrank war mir bereits vor der aktuellen Klimadebatte
> zu kostspielig und zu verschwenderisch.
> - Möglichst schnell möglichst viele der Flaschen wegtrinken? Was
> mache ich dann mit den wenigen, denen ich nun wirklich noch ein paar
> Jährchen geben wollte? Kennt jemand in HH ein Angebot, wo man seine
> Tropfen fremdlagern kann? In Berlin und in Zürich meine ich von sowas
> schon gelesen zu haben.
>
> Schöne Grüße schickt Euch Clemens, heute mit einem Rhodter Ordensgut
> Weißburgunder 2005 von Chr. Heußler, den ich dann doch lieber
> genußvoll wegtrinke.
>
> Dieser Beitrag wurde mit dem webbasierten Zugang zum Forum erstellt:
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>
>
>
Hallo Clemens,
vor vielen Jahren stand ich vor dem gleichen Problem. Im einem Göttinger
Altbau wurde der Keller offenbar in der Leine-Niederung vom Grundwasser
umspült, was die Temperatur das ganze Jahr über auf 11°C hielt. Nach
einem Umzug musste ich auch gegen die 20°C Kellertemperatur ankämpfen.
Was sich schließlich als einzig brauchbar erwies, war die Einrichtung
einer 3-4 qm großen Kühlzelle aus Styroporplatten, einigen Holzleisten
und Vierkanthölzern. Mit einem alten Kühlaggregat (Motor und Kompressor
damals noch getrennt), einem neuen Verdampfer und einem gedämpften
Kontaktthermometer konnte ich dann den Innenraum dieser Kühlbox auf 12°
einstellen. Wichtig dabei war, den Verdampfer mit einem Ventilator
auszustatten, um die Vereisung zu verhindern. Ein paar einfache Regale
mit Fächern für je 12 Schlegelflaschen sorgte für eine platzsparende
Lagerung. So konnte ich über 1000 Flaschen unterbringen.
Mit dieser Konstruktion bin ich noch mehrmals umgezogen und betreibe sie
heute noch. Wichtig sind laut meinen langjährigen Erfahrungen folgende
Punkte:
--- Die Styroporplatten sollten mindestens 80 mm dick sein (Nut und Feder),
--- der Boden sollte ebenfalls isoliert werden (trittfeste Abdeckung)
--- die Wärmeabfuhr muss sehr effektiv sein, weil sonst die Abwärme des
Aggregats die Box aufheizt.
Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass alle Versuche mit offenem
Boden mit Kiesabdeckung, Tonröhren in der Wand etc. einer kritischen
Überprüfung auf Temperaturkonstanz nie standhielten!
Man hat es heute aber viel leichter. Spezielle Dämm-Materialien sind auf
dem Markt, ebenso fertige Kühlaggregate, die man leicht selbst einbauen
kann.
Falls Du nähere technische Angaben oder Bezugsquellen -Nachweise
brauchst, maile mich bitte privat an; ich möchte hier nicht in den Ruch
kommen, für einige Firmen Werbung zu betreiben.
Mit freundlichen Grüßen
Werner Müller
Gießener Str. 4
64646 Heppenheim
E-Mail: wkmueller@t-online.de
Tel+Fax: 06252-982354
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