Re: Interview mit Reinhard Loewenstein
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Betreff: Re: Interview mit Reinhard Loewenstein
Datum: 2006-12-16 12:12:50Absender: Joachim Buchta
Hallo Bernd,
auch wenn die E-Mail von Thomas etwas im verschärften Deck-Stil
geschrieben wurde, im Grunde hat er recht:
Terroir ist eine zunächst auf die Parzelle mitsamt zugehörigem
Kleinklima ausgelegte Definition und ist vom handelnden Winzer zunächst
einmal unabhängig. Terroir ist nicht dazu da, die Weine von Herrn Mülle r
von denen des Herrn Meier und denen des Herrn Löwenstein zu
unterscheiden, sondern verschiedene Lagen, Parzellen oder ähnliche
Einheiten.
Nachdem ich das Interview gelesen hatte, musste ich mich schon ein wenig
wundern. Da legt sich jemand mit gutem Namen seine Welt zurecht und
nennt das dann hinterher Terroir. Natürlich kann man einen Wein namens
"Schieferterrassen" machen und dann ein Terroir aussenherum
konstruieren. Mit dem Konzept des Terroirs hat das nur leider gar nichts
zu tun. Und die abwertenden Rundumschläge sollte man besser ignorieren.
So ist zum Beispeil der Pingus von Peter Sisseck zehnmal mehr
Terroirwein als manch Löwenstein-Wein.
Und die Monsanto-Geschichte ist schon ein starkes Stück. Zu ignorieren,
dass man seit Jahrzehnten das Thema Bodenverdichtung mit Raupentrktoren
einigermassen im Griff hat - wenn er es nicht glaubt, soll er mal bei
Joly oder Barral nachfragen - und dass andere in Steillagen auch mit der
Hacke arbeiten, vereinfacht die Sicht der Welt natürlich.
Aber was soll's? Hab? ich Philosophie so ist das Terroir nicht mehr fern
....
Saludos!
Joachim
Bernd Schulz wrote:
>Hallo Thomas,
>
>toll! Dank der offensichtlich von Dionysos selber
>diktierten Punkte 1-9 weiß ich jetzt ganz genau, was
>"Terroir" bedeutet. Kannst du das eventuell noch in
>eine handliche mathematische Formel fassen und mir bei
>Gelegenheit ähnlich kurze und endgültige Definitionen
>von "Liebe", "Gott" usf. etc. liefern?
>
>"Terroir" ist vor allem eines: Eins schillerndes,
>oszillierendes Wort, dessen genaue Bedeutung nicht
>objektiv und für jedermann gültig festgelegt werden
>kann.
>
>Viele Grüße
>
>Bernd
>
>
>--- Thomas Deck <Thomas.Deck@gmx.de> schrieb:
>
>
>
>>On Fri, 15 Dec 2006 13:49:02 +0100, Michael Pronay
>><pronay@pronay.com>
>>wrote:
>>
>>
>>
>>>In Mario Scheuermanns Forum hat das Interview, das
>>>
>>>
>>Reinhard
>>
>>
>>>Löwenstein meiner Kollegin Luzia Schrampf gegeben
>>>
>>>
>>hat und das
>>
>>
>>>in Vinaria 6/2006 nachzulesen ist, viel Staub
>>>
>>>
>>aufgewirbelt.
>>
>>Ein Terroir ist bekanntlich ein Stück Land mit
>>bestimmten
>>Eigenschaften. In diesem Interwiew passiert nun
>>Folgendes:
>>
>>Ein Analphabet stellt Löwenstein die Frage:
>>"Wenn jemand fragt, wie schmecke ich Terroir,
>>was sagen Sie ihm?"
>>
>>Antwort Löwenstein:
>>"Nichts! Sondern ganz einfach - plopp und
>>eingießen. Und dann würde ich sagen, probier
>>mal, ob das für dich Terroir ist."
>>
>>Und später:
>>"Das Terroir der Region."
>>
>>Fazit: 2 Analphabeten unter sich. Deutschland
>>verblödet immer mehr.
>>
>>
>>Zur Erinnerung:
>>Ein Terroir ist eine geografische Einheit. Ein Stück
>>Land, eine Lage,
>>eine Zone, eine Gemarkung.
>>
>>Es ist keine Eigenschaft, die man schmecken kann.
>>
>>
>>Ein Terroir ist
>>(1) eine abgegrenzte geografische Einheit,
>>(2) in der eine menschliche Gemeinschaft
>>(3) im Lauf der Geschichte ein kollektives
>>intellektuelles
>>Produktionswissen angesammelt hat,
>>(4) gegründet auf dem Zusammenspiel der
>>physikalischen und
>>biologischen Umgebung sowie einer Gesamtheit von
>>menschlichen
>>Faktoren,
>>(5) wobei die zugehörigen sozio-technischen
>>Errungenschaften
>>(6) eine Originalität offenbaren,
>>(7) eine Typizität verleihen
>>(8) und eine Reputation erzeugen
>>(9) für ein Produkt, welches von diesem Terroir
>>stammt.
>>
>>
>
>
>www.wein-plus.de/karte.html?rec=9673
>
>
>
--