Re: Italien und Sangiovese
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Betreff: Re: Italien und Sangiovese
Datum: 2010-02-23 21:32:02Absender:
Hallo Ollie,
Auch wenn Bernd die Situation in derToskana in etwas arg düsteren Farben
schildert,
so hat er meines Erachtens nicht ganz unrecht. Einen wirklich eleganten,
feinen Sangiovese
zu finden ist heutzutage wirklich nicht leicht. Das war es in der
Vergangenheit auch nicht.
Der Unterschied ist allerdings: Früher hat man zehn Chianti probiert und mit
etwas Glück
waren ein bis zwei waren unvergessliche Weine dabei, deren Duft allein einen
schon in die
Toskana versetzt hat. Der Rest war entweder aus schlechten Trauben gemacht,
entsprechend
dünn und uninteressant oder im Keller durch Schlampigkeit und/oder Unwissen
ruiniert. Wenn
man heutzutage zehn Chianti probiert, findet man mit sehr, sehr viel Glüc k
ein bis zwei unvergessliche
Weine, deren Duft Duft allein einen schon in die Toskana versetzt und der
Rest ist technisch
perfekt, vollmundig, dunkel, üppig, mit anderen Worten: langweilig und
ärgerlich. Und außerdem
überflüssig. Denn genau dieselben Weine können anderswo mit weniger Aufwand
und entsprechend
billiger als in den toskanischen Hügeln produziert werden. Darauf hat Bernd
zu Recht hingewiesen.
"Absurde Verschwörungstheorien", "meinungsgetriebene Kreuzzüge",
"Meinungsdiktat" das sind
schon heftige Worte, wenn einer einfach mal seinen Frust darüber rauslässt,
dass es heutzutage
ausgesprochen schwierig ist, wirklich feinen Sangiovese zu finden. Ich als
Weinhändler, der auch
lieber herzhafte, feine und typische Weine verkauft als die mit Parker- und
sonstigen Punkten protzenden
Einheits-Lecker-Schmecker, bin über solche