Re: Kommentar: Cornelissen (Mister
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Betreff: Re: Kommentar: Cornelissen (Mister
Datum: 2006-02-28 15:43:34Absender: "Alexander Prangenberg"
Hallo Andreas,
ich fürchte, allein mit Flaschenschwankungen lassen sich diese Differenzen
nicht erklären. Da gibt es schon weltanschauliche Differenzen.
Am 04.02. habe ich mir beispielsweise zum Contadino notiert:
trüb und rötlich braun im Glas;In der Nase Essig und Batteriesäure, im Mund
ausschließlich Oxidationsnoten. Ungenießbar.
Punkte habe ich nicht gegeben. Bei diesem Grad der Fehlerhaftigkeit hätte
sich für mich aber jede Benotung jenseits der 50 Punkte verboten.
Die Mitverkostenden Werner und Darius haben den Wein sicher grundsätzlich
auch nicht anders wahrgenommen als ich. Allerdings fiel ihre Bewertung
völlig unterschiedlich aus. "Abseits des Mainstreams" und "völlig
unterschiedliche Stilistik gegenüber konventionellen Weinen" hieß es
sinngemäß. Das akzeptiere ich. Werner und Darius (und andere) schätze ich
deswegen als Verkoster (und natürlich erst Recht als Weinfreunde) nicht
geringer.
Um diese Weine zu schätzen, muss man wohl bereit sein, seine Wertmaßst äbe zu
verschieben und gewisse Töne, die nach konventionellen Wertmaßstäben eben
fehlerhaft sind, zu akzeptieren oder gar wertzuschätzen (?). Das kann man
natürlich tun, muss sich aber dessen bewusst sein, dass man seine Urteile
nicht anderen gegenüberstellen sollte, die normale (bzw. breiter
akzeptierte) Wertvorstellungen bezüglich Wein zugrunde legen.
Beim Mongibello gelingt mir das sogar recht gut. Den Wein empfand ich frisch
geöffnet als mit einigermaßenem Genuß trinkbar. Als besonders interessant
oder gar groß erschien er mir jedoch nicht (84 Punkte).
Beim Contadino beim besten Willen nicht. Beim besten Willen und auch bei
gewisser Bereitschaft, auch abseits der konventionell-positiven
Eigenschaften von Weinen, Faszinierendes zu finden, kann ich nur zu dem
Schluss kommen, dass diese Flüssigkeit mit dem Getränk "Fanta Berry Blue" um
den zweifelhaften Rang des bislang Widerlichsten zu konkurriert, was ich je
bewusst getrunken habe.
Insofern kann ich die Empörung darüber, dass dieses Flüssigkeit für relativ
teures Geld verkauft wird, durchaus verstehen. Andererseits stellt man mit
unterschwelligen Forderungen von Verboten (Meldung an die Weinprüfung) die
Käufer und Genießer dieses Produkts indirekt auf eine Schwelle mit
verblendeten Esoterikern, die viel Geld für ein zweifelhaftes Lebensgefühl
ausgeben und darob nicht erkennen, dass am anderen Ende (in diesem Fall am