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Re: Kosher (war: VKN 2003 Celler Capcanes, Peraj

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Betreff: Re: Kosher (war: VKN 2003 Celler Capcanes, Peraj

Datum: 2007-03-06 13:19:05
Absender:  Björn Gülsdorff



Hallo Gerhard,

kosher heißt soviel wie "rein" und meint "zum Verzehr geeignet". Nicht geeignet ist zwar auch Schweinefleisch, aber das ist nur eine Regel von vielen (Aal und Hummer gehen auch nicht) - die auch von Juden unterschiedlich ausgelegt werden.

Von Nichtjuden gekelterter Wein per Definition nicht kosher, deshalb übernimmt wie von Martin beschrieben der Rabbiner.

Mir wurde am Stand von Capcanes sogar erzählt, dass am Sabbat nichts im Weinberg gemacht werden darf.

Viele Grüße,

Björn

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: gerhard.grasl@chello.at
Gesendet: Dienstag, 06. März 2007 11:47
An: bjoern.guelsdorff@hamburg.de
Betreff: [weinforum] Re: VKN 2003 Celler Capcanes, Peraj

> Hallo Forum,
>
> Vielleicht kann mir irgendwer erklären, wie ein Wein kosher sein kann ?
> Ich dachte immer, das Wort kosher hängt mit "Schweinefleisch" zusammen ?
>
> Danke & beste Grüße
> Gerhard
> >
> > Von: "BerlinKitchen" <martinbarz@yahoo.de>
> > Datum: 2007/03/06 Di AM 09:58:37 CET
> > An: gerhard.grasl@chello.at
> > Betreff: [weinforum] VKN 2003 Celler Capcanes, "Peraj Ha'abib-Flor de
> >
> >
> > 2003 Celler Capcanes, "Peraj Ha'abib-Flor de Primavera", Montsant,
> > Spanien
> > Dieser Wein kommt von der span. DO Montsant und ist Nachbar der
> > berühmteren DO Priorat. Sicherlich einer der besten koscheren Weine.
> > Ja, der Wein ist koscher und wurde auf Bitte der Jüdischen Gemeinde
> > von Barcelona produziert.
> > Bukett von Gewürze und Himbeeren. Zu Beginn zeigt der Wein großarti ge
> > Aromen von schwarzen Kirschen, Gewürze, Rauch und Teer und zupackende
> > Tannine. Sehr fein, aber nach 1 Stunde zeigt der Wein dann doch
> > tpyische Merkmale des heißen Jahrgangs, also zu alkoholisch, zu breit
> > und unterlegt mit Aromen von schwarzer Schokolade und schwarzen
> > Früchten. Ja, schön zu trinken aber dem Wein mangelt es an Finesse
> > und Komplexität. Vor einigen Wochen habe ich diesen Wein noch viel
> > besser beurteilt, aber basierend auf einer kurzen Verkostung.
> > Fazit, ich werde wohl nie ein Freund des Jahrgangs 2003.......
> > 88-89 Punkte
> >
> > Hier noch ein paar Infos von Egon Schäffer/Experte für span. Weine:
> > "Der Schritt zum hochwertigen Flaschenweinerzeuger erfolgte dank der
> > Idee der Jüdischen Gemeinde von Barcelona und dem �Celler de
> > Capçanes�, in Capçanes einen koscheren Wein zu erzeugen. Um nach dem
> > strengen �Lo Mebushal�-Verfahren koscher vinifizieren zu können,
> > musste den neuen Erfordernissen entsprechend die gesamte
> > Kellertechnik modernisiert werden. Bei diesem Verfahren wird der Wein
> > nicht pasteurisiert, um ihn zu purifizieren, sondern unterliegt von
> > der Traubenannahme bis zur Abfüllung und Etikettierung einzig der
> > Kontrolle und Obhut des Rabbiners. Die Arbeit im Rebberg
> > einschliesslich der Traubenlese darf noch durch die Weinbauern von
> > Capçanes erfolgen, da sich die Trauben bzw. der Most durch die
> > alkoholische Gärung �reinigen�. Danach darf nur noch der Rabbiner
> > �Hand anlegen�, wobei in seiner Abwesenheit gewährleist et ist, dass
> > niemand in die Weinbereitung eingreifen kann. Bei diesem Verfahren
> > kommt der Wein weder mit �Unreinem� ­ aus jüdischer/koscherer Sicht ­
> > in Kontakt noch mit den Capçanes-Mitarbeitern, da die Vinifikation in
> > einem abgetrennten Bereich erfolgt, wobei die Tanks und
> > Eichenholzfässer zusätzlich verplombt bzw. versiegelt sind. Es bedarf
> > einer zweifachen Ausführung an Filtern, Schläuchen, Pumpen usw., da
> > koscherer und nichtkoscherer Wein nicht in den selben
> > Kellergerätschaften verarbeitet werden darf. Einzig die
> > Edelstahltanks des Weingutes werden für beide Weine verwendet, da sie
> > mit Dampf sterilisiert werden können. Die koschere Weinerzeugung nimmt
> > mit nur 15000 Flaschen einen geringen Anteil an der Gesamtproduktion
> > von 600000 Flaschen ein. Trotzdem ist der �Flor de Primavera kosher�
> > (Peraj Ha�abib) für den Werdegang der Kellerei von essentieller
> > Bedeutung, da dank ihm und dem Einsatz neuer Technik wichtige
> > Erfahrungen gesammelt und erste Erfolge verbucht werden konnten. Dies
> > stärkte das Selbstvertrauen der bis dahin als reine Zulieferer
> > agierenden Genossenschaft und ebnete den Weg für die erst danach
> > entstandenen konventionellen ­ nicht koscheren ­ Capçanes-Weine."
> >
> >
> > Grüße aus Berlin,
> > Martin
> >
> >
> > ___________________________________________________________________________ _____________________
> >
> > Welcome to my Food&Wine blog "BerlinKitchen":
> > web.mac.com/martinbarz
> > ___________________________________________________________________________ _____________________
> >
> >
> > Meine Visitenkarte Online:
> > www.wein-plus.de/karte/BerlinKitchen
> >
> > Dieser Beitrag wurde mit dem webbasierten Zugang zum Forum erstellt:
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