Re: Muessen Bio-Weine anders schmecken
Zurück zum aktuellen Forum zum alten Wein-Plus.de Archiv
Betreff: Re: Muessen Bio-Weine anders schmecken?
Datum: 2007-02-06 16:55:49Absender: Frank Fremerey
Lieber Matthias!
Das ist jetzt ein bisschen ein Exkurs:
Ich habe schon sehr gute Bioweine getrunken und gegen die Grundidee, mit
der Natur (auch der eigenen) sorgsam umzugehen kann man eigentlich
ohnehin nix haben.
Aber Steiner-Hokuspokus wie Hornkiesel und Misthaufen, die nach
Planetenstellungen mit angereicherten Lehmkugeln geimpft werden, das
geht mir dann doch ein bisschen weit. Wenn ein paar Nackerte bei
Vollmond um die Fässer tanzen würden, sähe ich noch einen gewissen
Marketingvorteil, aber das was ich damals auch meinem Biodyn-Hof gelernt
habe, macht mich bis heute genauso Kopfschütteln wie einige
Bio-Großbauern, die mit Ihren Megatreckern den Boden verdichten und
damit die Menschheit retten wollen. Nene. Da leuchten mir die Leute
schon eher ein, die Landwirtschaft mit "wu wei" betreiben
(minimalinvasiv, gucken statt tun, von der Natur lernen, siehe:
de.wikipedia.org/wiki/Wu_wei ). Ich habe gerade die Links zu den
Büchern gesucht, die ich meine, aber spontan nicht gefunden. Ich denke
da an einen japanischen Reisbauern und einen Bayern-Seppel, die das Tao
in der Landwitschaft wirklich bewundernstwert und überzeugend vorleben.
Ich reiche die Literaturhinweise nach.
Als Verbraucher freue ich mich über eine Angebotsvielfalt, die auch in
meiner Preislage zwischen 4 und 6 Euro eine immense Auswahl bietet.
Dafür bekomme ich direkt beim Winzer an der Mosel Toprieslinge aus
Steillagenanbau und im Weinhandel eine Auswahl höchst interessanter
spanischer Weine. Bei Franzosen und Italienern ist es in der Preislage
schwieriger, da kosten die Weine, die mir schmecken, so ab 15 Euro die
Flasche aufwärts.
Herzliche Grüße & Prost
Frank
Matthias Metze schrieb:
> Da ich naturwissenschaftlich nicht sehr bewandert bin, bin ich dann
> Empiriker (de.wikipedia.org/wiki/Empirisch):
>
> bei der Homoöpathie wie beim Wein. Die Homöopathie hilft meinen
> Kindern und auch mir (schon oft mit erstaunlichen Ergebnissen
> angewendet); der Wein schmeckt - Ausnahmen bestätigen die Regel ;-)
>
> Ob das nun wissenschaftlich zu beweisen ist - kümmert mich nicht...
> womit ich allerdings schon des öfteren bei naturwissenschaftlich
> begabten Freunden angeeckt bin...
>
> Aber ist nicht das Entscheidende das, was am Ende dabei rauskommt?
>
> Mit geniesserischen Grüßen
> Matthias
>
> Am 06.02.2007 um 00:17 schrieb Frank Fremerey:
>
>
>> Danke Matthias!
>>
>> Mit Steiner-Methoden habe ich mich beschäftigt, ziemlich intensiv
>> sogar;
>> in Theorie und Praxis. "Glaube versetzt Berge" um neben der
>> antroposophischen und theosophischen Tradition die christliche
>> nicht zu
>> vergessen, um deren Initiationsdroge sich dieses Forum dreht.
>>
>> Als Adept der naturwisenschaftlichen Tradition sei mir der Rückfall in
>> die Frage nach der mathematisch-statistischen Evidenz hier genauso
>> gestattet wie im Falle der Homöopathie oder der Allopathie.
>>
>> Herzliche Grüße & Prost
>>
>> Frank
>>
>> Matthias Metze schrieb:
>>
>>> besonders bei biodynamischem Anbau gibt es im
>>> Boden mehr Leben, er wird vielschichtiger - was sich letztlich im
>>> Geschmack des Weines niederschlägt.
>>>
>> --
>> Frank Fremerey
>> Fotokunst und Text
>> Bornheimer Str. 33a
>> 53111 Bonn, Germany
>>
>> web: wurst-macht-schoen.de
>> mail: frank@fremerey.net
>> voicemail: +49-228-217730
>> mobile: +49-228-2996066
>>
>> --
>>