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Re: Neue Technologien im Weinausbau

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Betreff: Re: Neue Technologien im Weinausbau

Datum: 2004-03-05 19:33:10
Absender:  "Stephan O. Schaefer"



Hallo Peter,

Mostkonzentration ist ein relativ heisses Eisen in
diesem Forum. Viele schimpfen drüber, sei es aus
innerer Überzeugung, sei es aus Gruppendynamik. Du
wirst wenige Teilnehmer finden, die Dir via Forum ins
Gesicht sagen, dass sie derart behandelte Weine
probiert und für gut oder sogar besser als
vergleichbare nichtkonzentrierte Weine befunden haben.
Schau vielleicht einfach mal in's Archiv und schreib
ein paar von den Kandidaten per Direktmail an;
garantiert bekommst Du da geholfen ;-) Nur, in der
Hoffnung, dass Dich Dein Thema und die Reaktionen
darauf nicht direkt aus dem Forum verscheucht haben:
Thomas Deck ist kein Profi und spricht auch nicht für
die Mehrheit der Teilnehmer, da musst Du etwas in den
falschen Hals bekommen haben.

Gruss,
Stephan

--- "Heide und Peter-Chr. Ellwardt"
<hup.ellwardt@t-online.de> schrieb: > Hallo Thomas
Deck,
>
> lassen wir einmal die Wünschelrute in der Ecke
> liegen.
> Ob eine Probe sinvoll oder unsinnig ist, hängt in
> erster Linie von der Fragestellung ab, die einer
> Probe zugrunde liegt.
>
> In meiner Probe möchte ich den Teilnehmern (übrigens
> alles keine Profis, sondern interessierte Laien,
> die auch etwas über die Weinerzeugung erfahren
> wollen) die verschiedenen Verfahren der
> Mostkonzentration vorstellen. Dazu gehört
> selbstverständlich auch das Saignée-Verfahren, das
> Trocknen der Trauben und natürlich auch der
> Eiswein.
>
> Dazu geeignete Weine zu beschaffen, halte ich für
> nicht so schwer. Einen Amarone oder Recioto bekommt
> man ja schon im Supermarkt - ich dachte aber eher
> an einen Strohwein aus Österreich.
>
> Natürlich hätte ich am liebsten Weine aus gleichem
> Traubenmateriel, die mit verschiedenen Verfahren
> konzentriert wurden, damit man selbst erfahren
> kann, was diese Technologien bringen.
> Warum soll eine solche Erkenntnis nur Euch Profis
> vorbehalten bleiben?
> Ich hatte gehofft, von diesen Profis Unterstützung
> erhofft, erklären doch einige von Ihnen im Forum
> "talk-about-wine", dass sie solche Weine probiert
> haben. Warum diese Mauer des Schweigens? Oder habe
> ich mich nur im falschen Forum angemeldet?
> Was bezwecken so viele Winzer mit ihrer
> Geheimniskrämerei? Erzeugen sie damit doch nur
> Misstrauen!
>
> Woher wissen Sie, dass die verschiedenen
> Konzentrationsverfahren den Wein geschmacklich
> nicht verschieden beeinflussen?
>
> Bevor ich aber die Astrologie oder mir die Karten
> lege, werde ich auf anderen Wegen mein Glück
> versuchen. All denen, die mir persönlich Tipps
> übermittelt haben, möchte ich danken
>
> Gruß aus Braunschweig
>
> Peter Ellwardt
>
>
> "Thomas Deck" <thomas.deck@gmx.de> schrieb:
> > Hallo,
> >
> > MK ist sensorisch nicht von anderen
> Konzentrationsmethoden
> > unterscheidbar, deswegen kann ich einen Sinn einer
> solchen Probe nicht
> > erkennen. Außerdem gibt es noch viele andere
> (weniger technische)
> > Konzentrationsmethoden, über die seltsamerweise
> nie diskutiert wird.
> > Eine davon ist z.B. die Saignée, bei der ein Teil
> des Saftes vor der
> > Vergärung entnommen und anderweitig verwendet wird
> (letzteres ist
> > angeblich verboten, der Grund ist mir allerdings
> nicht klar).
> > Wasserentzug ist auch durch irgendwelche Art der
> künstlichen Trocknung
> > denkbar (dies wird z.B. großtechnisch im
> Valpolicella durchgeführt).
> > Mit Sicherheit gibt es eine ganze Palette von
> Methoden, über die
> > leider nicht offen gesprochen wird.
> >
> > Und wenn ein Spätburgunder von Johner anders
> schmeckt als einer von
> > Bercher, hat das mit der MK am wenigsten zu tun.
> >
> > Ein solche Verkostung hätte nur Sinn, wenn man ein
> und denselben Wein,
> > mit verschiedenen Konzentrationsmethoden erzeugt,
> vergleichen könnte.
> > Solche Verkostungen gab es schon, aber an
> entsprechende Muster kommen
> > nur Profis ran.
> >
> > Auf der ProWein erzählte mal wieder ein Winzer,
> die MK würde die
> > "innere Struktur" des Weines verändern. Aber wie
> üblich konnte er
> > nicht darlegen, wie bei den anderen, "natürlichen"
> > Konzentrationsmethoden, verhindert wird, dass die
> innere Struktur
> > verändert wird. Egal, wie ich das Wasser entziehe:
> Ein Teil der
> > Geschmacksstoffe geht immer mit raus.
> Geaschmacksstoffe gehen auch
> > beim Abstich oder beim Klären mir raus. All das
> verändert die innere
> > Struktur des Weins.
> >
> > Ganz drastisch wird die innere Struktur des Weins
> (bzw. der Trauben)
> > zwischen Anfang Oktober und Anfang November
> verändert. Wer Anfang
> > Oktober erntet, wird also einen ganz anderen Wein
> bekommen als der,
> > der Anfang November erntet. Analoges gilt mehr
> oder weniger für jede
> > einzelne kellertechnische Maßnahme. Von der
> Röstung der Barriquefäs se r
> > ganz zu schweigen
> >
> > Wer unter all diesen Faktoren die MK blind
> herausschmecken kann, hat
> > auch gute Karrierechancen als Astrologe oder
> Wünschelrutengänger.
> >
> >
> > Thomas Deck
> >
> >
> > On 01 Mar 2004 17:18 GMT, hup.ellwardt@t-online.de
> (Heide und
> > Peter-Chr. Ellwardt) wrote:
> >
> > >Hallo liebe Forumianer,
> > >
> > >am 10. Januar wagte ich erstmals eine Frage ans
> Forum zu richten und bat um Mitteilung von
> Weinbaubetrieben, die eine Mostkonzentration, sei es
> durch Vakuumverdampfung, Umkehrosmose oder
> Kryoextraktion, durchführen. In einer
> Verkostungsrunde in Braunschweig möchte ich eine
> Weinprobe zu diesem Thema durchführen und suche
> deshalb Weine, die mit Einsatz der neuen
> technologischen Verfahren erzeugt wurden.
> > >Leider erhielt ich auf meine Anfrage keinerlei
> Antwort, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, das
> unter den Experten der Forumianer mehrere mir
> hätten weiter helfen können. Darum richte ich
> nochmals meine Bitte ans Forum. Sollte es nicht
> opportun sein, entsprechende Weinbaubetriebe
> namentlich ins Forum zu stellen, wäre ich
> sehrdankbar, wenn man die Mitteilung direkt an
> meine E-mail-Adresse senden würde.
> > >
> > >Gruß aus Braunschweig
> > >
> > >Peter Ellwardt
> > >Tel.: 0531-612167
> > >E-mail: hup.ellwardt@t-online.de
> >
>