Re: Realsatire...
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Betreff: Re: Realsatire...
Datum: 2005-10-30 18:47:47Absender: "Stephan Buse"
>.ist es ja dann irgendwie doch, wenn bei Vinum-TV gerade ein Beitrag
>darueber lief, dass die moderne Technik und die von ihr induzierte
>Vermassung dem Wein Herkunftstypizitaet und Charakter nehmen
koenne,
>und dann, dann, dann...
>kommt die Werbeunterbrechung, die eingeleitet wird mit: "gleich
geht
>es
>weiter mit Vinum TV und mit Blanchet". Denn der Blanchet, das
wissen
>wir
>ja, das ist ein echter Winzerwein :-)
>
>Schade auch, dass die "Diskussion" zwischen Dirk Wuertz und Frau
>Christmann ueber das Thema Vermassung nicht wirklich eine war. Da
>wurde viel moegliche Substanz verschenkt, zumal dem Regisseur der
etwas
>durch die Moderation stolpernde Ulli Kientzle wichtiger zu sein
schien als
>die "Diskutanden" und das Thema. Am Ende blieben alle Fragen offen
und
>wurde vor allem eine seltsam irreale Alternative zwischen kleinem
Weingut
>und den Suenden ultramoderner Kellertechnik aufgebaut, als koennten
zB
>Pellets nur in grossen Weinguetern eingesetzt werden.
>Dafuer hat mir der kurze Bericht ueber das Weingut Wuertz recht gut
>gefallen. Und auch das Fischrezept.
>Insgesamt bleibt es fuer mich dabei: Dass es die Sendung gibt, ist
>ein Schritt in die richtige Richtung. Dass sie so oeberflaechlich
ist,
>bleibt zu bedauern.
Ich habe mir die Sendung heute zum ersten Mal angeschaut, und ich
denke, dass das vorerst auch das letzte Mal war. Keine halbe Stunde
später lief auf SWR die Folge "Mittelrhein - Weingut Toni Jost" der
Weinsendereihe mit Frank Elstner, und obwohl auch diese Sendung nicht
einer gewissen Komik entbehrte (Herr Jost freut sich doch tatsächlich,
wenn Kunden mit dem Wineguide von Gault Millau unterm Arm ihn
besuchen.....), fand ich diese doch interessanter und besser gemacht,
wohl auch, weil sie sich im wesentlichen nur einem Thema widmete.
Was soll ein Streitgespräch, in dem der Moderator mehr redet als die
Diskutierenden und die eigentliche Problematik nur angerissen wird?
In der Tat blieben die Fragen bei vinumtv offen und der Spruch (oder
das Goethe-Zitat), dass das Leben zu kurz sei, um schlechte Weine zu
trinken, hat zum xten Mal nun aus dem Munde des Herrn Kienzle gehört,
auch keinen höheren Informationsgehalt für mich. Weniger aber
gründlicher wäre meiner Meinung nach besser, aber vermutlich lässt
sich das im kommerziellen Fernsehen (noch?) nicht realisieren?
Zum Trost trinke ich heute Abend einen Riesling aus dem Kauber
Roßstein, da weiß ich, wo er wuchs, oder einen Grauburgunder aus dem
Oberweseler Römerkrug, also auf jeden Fall einen "Heimatwein" und
kein internationales Produkt eines flying winemakers, und schon gar
keinen cabernet sauvignon der Marke Blanchet!
Gruß
Stephan
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