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Re: Reifeentwicklung

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Betreff: Re: Reifeentwicklung

Datum: 2006-02-17 12:39:30
Absender:  "Werner Elflein"




Hallo Knalli,

eines muss ich dir lassen: deine Beiträge sind oft sehr unterhaltsam.
Ich habe herzlich über die Story gelacht. Da kommt der Knalli zu einem
Winzer, und der sagt zu ihm: Hey, meinen 1997er
Barrique-Sauvignon-blanc (das Beispiel ist jetzt auch sowas von
zufällig ...) hast du damals um mindestens 15 Punkte zu hoch
bewertet, und so haltbar, wie damals prognostiziert, ist er bei
weitem nicht. Während er das sagt, kniet er vor dir auf dem Boden und
bittet dich inständig, doch in deinem nächsten Artikel darauf
hinzuweisen, dass der Wein untrinkbar und der Erzeuger vollkommen
überschätzt sei.

Mensch Knalli, jetzt wach mal auf: Du glaubst doch nicht, dass dir
ein Winzer bei deinem Besuch einen Wein vorsetzt, von dem er glaubt,
du hättest ihn zu hoch bewertet. Du wirst allenfalls die Weine zu
trinken bekommen, die du seiner Ansicht nach deutlich zu niedrig
bewertest hast. So ganz nebenbei kommt dann vielleicht noch der eine
oder andere ganz besonders gelungene Wein vom Großvater auf den
Tisch, der dir das Entwicklungspotenzial seiner heutigen Kreszenzen
belegen soll. Natürlich mit dem Hinweis, heute aufgrund blablabla
noch bessere (und vermeintlich langlebigere) Weine zu erzeugen.
Darauf fällst du herein?

Da finde ich es doch wesentlich aufschlussreicher, mal ein paar
Weinfreunde zusammenzutrommeln, jeder stellt ein paar Fläschchen zur
Verfügung und auf den Tisch, und dann kann's los gehen. Und schnell
stellt sich heraus, dass zum Beispiel ein Egon Müller selbst in
Spitzenjahren schon mal völlig neben der Kappe stand, Joh. Jos. Prüm
zu Recht ganz oben steht, und Christoffel jr. eigentlich ebenfalls in
die Prüm-Kategorie gehört, was vorher nur ein "Spinner" geglaubt
haben.

Viele Grüße
Werner




>Manitou Elflein sprach:
>
>"Leider muss ich immer wieder feststellen, dass nur wenige
>Verkoster - und das betrifft nicht nur den Jahrgang 2002 - in
>der Lage sind, das Potenzial deutscher Rieslinge (andere
>Weinländer analog) angemessen zu beurteilen, da sie zwar
>ständig mit den oft beeindruckenden und "druckvollen"
>Jungweinen, aber so gut wie nie mit den gereiften Exemplaren
>konfrontiert werden. Nur selten haben sie die Gelegenheit,
>den gleichen Wein nach zehn Jahren noch einmal zu verkosten,
>dem sie früher einmal 72 oder 95 Punkte gegeben haben.
>Die Devise heißt doch in der Regel: Aus den Augen, aus dem Sinn."
>
>Werner, warum bitte schreibst du immer wieder solche Sachen, die
>nachweislich wirklich völliger Unsinn sind und mich selbst mitten
>in
>der Nacht in einem Weingebiet, wissend, dass mich diese Antwort
>über
>GPRS-Zugang wieder ein kleines Vermögen kostet, einfach zum
>rotieren
>bringt.
>
>Wer, ausser uns depperten, unfähigen Weinverkostern hat denn
>ST