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Re: Spontangaerung nach Gaerstopp

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Betreff: Re: Spontangaerung nach Gaerstopp

Datum: 2006-02-20 12:03:03
Absender:  "Karl Bajano"



Alles gut und schön, Werner,
jetzt lassen wir mal dieses so gewichtige Wort "Phänomen" weg, weil es
nämlich keines ist.

Meine Frage war auch eine andere: wenn die Keller gleichmäßig kühl sind, was
passiert dann, nachdem ja der offensichtliche Winterkälteschmäh nun als
solcher endlich von dir entlarvt wurde. Und angesichts der heutigen Technik
schon seit Jahren nur als Verarschung angesehen werden kann, wenn sie sich
denn im Keller findet.

Also? Wie erklärt sich nun das echte Phänomen, dass trotz gleichmäß iger
Temperatur und normaler Angärung plötzlich alles stehenbleibt? Monatelang
liegt und dann "mit dem Erwachen der Weingärten" wieder loslegt? Bei immer
gleichen Voraussetzungen? Natur, Marketing, "lebender" Wein (wohl mehr die
Hefen), zuviel Zucker, oder was? Oder dreht da doch bewusst einer dran, um
den "Kick" zu bekommen?

> Der Gärstopp im Winter, den Reinhard Löwenstein bekanntlich
> ausführlich beschrieben hat, ist möglicherweise darauf
> zurückzuführen, dass "seine" Hefen (wo immer sie herkommen) etwas
> empfindlicher gegen Kälte sind, als beispielsweise die seiner
> Kollegen Prüm und Christoffel, denen ein deutlich kälterer Keller
> nachgesagt wird.

Das ist nun allerdings wirklich toll, wie sich die wilden Hefen aus dem
Weingarten auf den kalten Keller einstellen *ggg*.

> Wesentlich interessanter, als der Gärstopp, ist meiner Meinung nach
> aber die Frage, unter welchen Parametern die einmal zum Erliegen
> gekommene Gärung wieder "von alleine" anspringt. Mit moderater
> Erwärmung alleine scheint das nicht zu funktionieren, sonst würde
> sich Reinhard Löwenstein zweifellos nicht jedes Jahr aufs Neue wieder
> auf die "Hängepartie" einlassen. Es müssen hier also auch noch andere
> Parameter eine Rolle spielen.

Und Löwenstein kennt die auch. Und jeder Geisenheim-Absolvent. Nun ja, das
ist halt das Problem, wenn man den Dingen auf den Grund geht, wird die
"Phänomenologie" durch Wissen ersetzt, zu Lasten der prickelnden Romantik.
Wenn dem nicht so wäre, hätte Löwenstein über die Jahre unheimlich
schwankende Qualitäten. Das ist nachweislich nicht so.

Viel Grüße
Koal

--