Rechtsweg bei Pruefung (war: Discounter-Wein)
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Betreff: Rechtsweg bei Pruefung (war: Discounter-Wein)
Datum: 2005-11-03 14:39:00Absender: WFassbender@t-online.de
Hallo Horst,
"Horst Leistenschneider" <order@importweinshop.com> schrieb:
> Misstände dieser Art aufzudecken wäre Sache von z. B. Journalisten und Weinfach-Journalisten haben wir ja zu hauf.
ja, Horst, da hast du durchaus Recht. Nur gibt es, erstens, wenige Medien, die an investigativem Weinjournalismus interessiert wären. Und, zweitens, sehe ich bei der ganzen Geschichte beim besten willen KEINEN SKANDAL.
Ja, die Anforderungen für die AP sind wahrlich niedrig. Selbst prämiert e Weine, die statt 1,5 deutlich mehr Punkte erzielen müssen, kommen nach meiner persönlichen Einschätzung oft so schwach daher, dass man sich fragt, ob man so was auf dem Markt vorfinden muss.
Allerdings liegt der Skandal nicht darin, dass zwei untypische Wein als typisch beurteilt wurden. (Ich befürchte, ein Großteil aller angestellten Weine ist ebenfalls nicht typisch für Lage, Rebsorte usw., selbst wenn der Wein kein eingeschmuggelter Ungar ist.)
Der Skandal ist vielmehr, dass jeder Erzeuger von ***klassigen Weinen (nicht auf Herrn Schätzler bezogen!) einen Riesen-Bohei machen und alle Instanzen bis zum BVerwG durschreiten kann, nur weil sein Wein nur von zwei statt von drei Prüfern als nicht verkehrsfähig angesehen wird. Dass der Rechtsweg sein muss, ist ja klar. Aber dass nach dem Widerspruchsverfahren drei Instanzen bemüht werden können und die Entscheidungen der Prüfer mittels Sachverständigengutachten usw. angefochten werden können, füh rt ja dazu, dass die Kommissionen sich selbst kastrieren und noch weniger Weine aussortieren als ohnehin schon.
Aber gut, der neue deutsche Weinbauminister, Horst Seehofer, wird die Sache schon regeln. Oder zweifelt da jemand dran?
Herzliche Grüße
Wolfgang Faßbender
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Wolfgang Faßbender
Journalist
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