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Reifeentwicklung, war: Kesseler (war:VKN

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Betreff: Reifeentwicklung, war: Kesseler (war:VKN

Datum: 2006-02-16 12:49:51
Absender:  "Fuchs, Stefan: Mr."



Hallo Werner,

danke für Deine ausführliche Einlassung.
Interessant aber auch die Tatsache, dass man eigentlich von jedem Mail ausgehend doch immer irgendwie auf die Vorzüge einer spontanen Vergärun g kommen kann. Gell? Das erinnert mich früher irgend wie an die Grünen: Egal, was Du die gefragt hast, am Schluß hieß es immer "Atomkraft - nein danke".

Viele Grüße aus München, nix für ungut (das ist bayrisch für SCNR)

Stefan,

www.wein-plus.de/karte/fax


> -----Ursprüngliche Nachricht-----
> Von: weinforum_owner@apris.de
> [mailto:weinforum_owner@apris.de] Im Auftrag von Werner Elflein
> Gesendet: Donnerstag, 16. Februar 2006 09:31
> An: weinforum@wein-plus.de
> Betreff: [weinforum] Reifeentwicklung, war: Kesseler (war:VKN Weil und
>
>
> Hallo Stefan mit f! ;-)
>
> Warum nur die Rheingauer? Auch die (trockenen) Rieslinge aus
> anderen Anbaugebieten zeigen bereits fortgeschrittene Reife,
> und ich glaunbe nicht, dass viele von ihnen die
> Fünf-Jahres-Marke bei guter Verfassung überschreiten werden.
> Das hat auch weniger mit der Schwäche einzelner Erzeuger zu
> tun, sondern vielmehr mit dem Jahrgang, der eben KEIN
> Spitzenjahrgang ist und in erster Linie Weine hervor gebracht
> hat, die schon früh auffallend präsent und "lecker"
> waren. Ich habe noch heute die Aussagen von Weinfreunden im
> Ohr, die seinerzeit der Meinung waren, 2002 wäre insgesamt
> oder in der Spitze besser, als 2001. Festgemacht wurde dieses
> Urteil aber lediglich am damaligen Ist-Zustand der Weine, zu
> einem Zeitpunkt, als sich die 2001er gerade zu verschließen begannen.
>
> Leider muss ich immer wieder feststellen, dass nur wenige
> Verkoster - und das betrifft nicht nur den Jahrgang 2002 - in
> der Lage sind, das Potenzial deutscher Rieslinge (andere
> Weinländer analog) angemessen zu beurteilen, da sie zwar
> ständig mit den oft beeindruckenden und "druckvollen"
> Jungweinen, aber so gut wie nie mit den gereiften Exemplaren
> konfrontiert werden. Nur selten haben sie die Gelegenheit,
> den gleichen Wein nach zehn Jahren noch einmal zu verkosten,
> dem sie früher einmal 72 oder 95 Punkte gegeben haben. Die
> Devise heißt doch in der Regel: Aus den Augen, aus dem Sinn.
> Da diese Haltung der Mentalität der meisten Konsumenten
> entspricht, muss sich der Kritiker später kaum für seine
> (Fehl-)Urteile rechtfertigen.
> Es wäre natürlich zu viel verlangt, wenn sich der Kritiker
> mit jedem Wein nach zehn Jahren noch einmal auseinandersetzen
> müsste. Schaden würde es jedoch nicht. Zumal ich über manche
> Prognosen, die da herausgehauen werden, nur staunen kann.
>
> Ich habe in den vergangenen zehn Jahren recht viele Weine in
> meinen Keller kommen und aus meinem Keller gehen sehen und
> wage zu behaupten, inzwischen eine recht gute Übersicht über
> das Reifeverhalten von Rieslingen unterschiedlichster
> Ausbaustile zu haben. Daher kann ich nur müde über
> Behauptungen lächeln, nach denen die Verwendung von
> Reinzuchthefe in Kombination mit der Vergärung im
> Edelstahltank etc. zu ähnlich entwicklungsfähigen Weinen
> führen soll, wie wir das von traditionellen Ausbaustilen
> (Holzfass, Spontangärung, moderat oxidativer Ausbau, Verzicht
> auf Bentonit und Enzyme) her kennen. Dies ist definitiv nicht
> der Fall.
>
> Wenn dann in einem bekannten Weinführer den mäßigen 2004ern von Joh.
> Jos. Christoffel ein ähnliches Potenzial bescheinigt wird,
> wie den Weinen des am gleichen Ort ansässigen Spitzenweinguts Jos.
> Christoffel jr., kann ich darüber nur noch mit dem Kopf schütteln.
>
> Viele Grüße
> Werner
>

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