VKN Vall del Calas 2000
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Betreff: VKN Vall del Calas 2000
Datum: 2006-02-19 23:30:44Absender: "Bernd Beckschwarte"
Mittleres Rubin, kleiner Wasserrand. In der Nase ein Anflug
von Kirsche, viele rote Früchte. Jetzt, einen Tag nach dem
Öffnen, ist das Kratzige verschwunden. Aber merkliche
Tannine bleiben. Ein junger Wein. Bissig, bißfest. Dennoch
schön rund und fruchtig. Ein Orangenton kommt neu in die
Nase. Ein Südland-Wein. Zedern, Zigarrenkistenholz. Der
Abgang nicht besonders lang, aber angenehm. Stark
alkoholisch, obschon nicht brennend: 14 Umdrehungen.
Ich las dann die Notiz von Heiko R zum 2000er, stimme mit
ihr überein bis auf die Punkterei: der Nachhall ist mir zu
kurz, daher kein Lattenspringer. Man will immer und immer
wieder flott einen neuen Schluck, das macht mir zu schnell
knülle. Sehr gut aber dennoch, 89 P.
Ich erinnere mich auch an einen VdC bei Joachim Schmitt, der
tief in wohlig kulinarischer Nacht gezückt wurde, um einem
Deuxieme aus Bordeaux Paroli bieten zu sollen. Ging leicht
schief... Problem war, den Wein frisch aufgezogen zu haben,
und das ist beim Vall del Calas leider nix. Da ist erst nur
Pelz, kratz, Pelz. Wie gestern abend. Wie bei der Callas.
Maria. Die berühmte Sopranistin, eine der glanzvollsten
Stimmen der letzten 50 Jahre. Die vor lauter Image-Pflege
und Diva-Ambitionsgekratze nicht mehr wußte, wie man lebt.
Bis sie bei Onassis auf dem Barhocker seiner Mega-Yacht saß.
Und ungefragt Aufklärung bekam, woher das Leder stamme: vom
größten Tier der Erde. Also das, was Onassis unter den
Reedern war. Leder, verfertigt von des Blauwal-Bullen
Fortpflanzungswerkzeug.
Kratzig? Man nehme den Proppen fürs Vakuum. Und lasse sich
Zeit.
Das Warten lohnte. Anderntags ein feiner Wein, der viel
Freude macht.
Bernd B
PS Anderntags sei Maria Callas des großen Reeders Freundin
gewesen.
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