Von Holz und trocknendem Ende (war: Hecate,
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Betreff: Von Holz und trocknendem Ende (war: Hecate,
Datum: 2008-02-08 11:48:24Absender: "Karl Bajano"
Servus Heiko
> -----Ursprüngliche Nachricht-----
> Von: weinforum_owner@wein-plus.de
> [mailto:weinforum_owner@wein-plus.de]Im Auftrag von Heiko Reinartz
> Leider wurde Wolfgangs (ganz unten geäußertes) Vorurteil wieder bestätigt
> bei den meisten Weinen, auch den bekannten Namen wie Chapelle l'Enclos,
> Lafitte-Teston, Labranche-Laffon und Berthoumieu: Wenn die Tannine
> einigermaßen abgeschmolzen sind, ist auch der fruchtige Charme
> futsch und es bleibt ein uncharmanter, trocknender Wein Tropfen zurüc k.
Also ist es natürlich absolut kein "Vorurteil", sondern eine Feststellung,
die Wolfgang hier getroffen hat. Natürlich schmerzt es viele entsetzlich,
wenn der Traum "je mehr Holz und Tannin, desto besser in vielen Jahren" wie
eine Seifenblase zerplatzt. Daher auch das "leider", vermutlich. Es wäre
halt auch gar zu praktisch gewesen, an einem so einfachen Merkmal die
Lagerfähigkeit und vor allem beste Entwicklung festmachen zu können.
Und: die abgeschmolzenen Tannine klingen gut, aber dem ist nicht so. Du hast
zwar den Zustand dieser ausgezehrten Weine konstatiert, aber aus meiner
Sicht den falschen Schluss gezogen. Da ist nämlich absolut kein Tannin
"abgeschmolzen", sondern die Weine waren einfach zu schwach für diesen
Holzwahnsinn. Die Frucht ist futsch, klar, war ja auch nie gar viel da,
meist werden nämlich die "jugendlichen" Holztöne für Frucht genommen,
Nelken, Vanille, Nuss, Lakritz, Schokolade, alles nur Holz. Austrocknende
Tannine haben diese Dinger auch schon gehabt, aber da war halt noch
jugendlichere Frucht, die das ein wenig kaschiert hat, soweit nicht ganz
zugekleistert. Nach ein paar Jahren ist dann Schluss mit lustig, jetzt zeigt
sich die ganze Wahrheit: Holz, sprödes Tannin, "abgeschmolzen" ist der Wein,
geblieben die Gerbstoffe, fertig. Die dickst aufgetragene Schminke, die so
viele blendet ("lecker"), ist abgeblättert, übrig bleibt ein eher dürftiger,
im Ausbau totgeschundener Wein.
Hier gibt es auch nichts zu bedauern aus meiner Sicht, sondern fest zu
stellen, dass die "moderne", quasi an Parker (der kann nix dafür, er
repräsentiert halt eine Masse zahlungskräftiger Kunden und deren Wünsche)
orientierte Ausbauweise einfach nichts mit Lagerweinen zu tun hat. Soll sie
auch gar nicht, die Weine wurden und werden zum eher raschen Verzehr
gemacht. Nur in den Köpfen der der meisten westeuropäischen Weinliebhaber
sitzt dieses Lagertrauma noch tief. Es gibt sie ja auch noch, und schon
wieder etwas mehr, diese künftigen Methusalems, aber die sehen jung anders
aus
meint
Koal
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