Warum sollten Bioweine nicht billiger und besser sein
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Betreff: Warum sollten Bioweine nicht billiger und besser sein?
Datum: 2007-02-06 22:42:11Absender: Frank Fremerey
Danke Matthias für die Klärung.
Ich bin wie gesagt mehr für die Sepp-Holzer- oder die
Masanobu-Fukuoka-Methode, hier der versprochene Literaturlink:
www.spunkytown.de/pki/index.php?id=29
Diese Methoden, "Permakultur-Methoden", genannt führen dazu, dass nicht
nur die Natur geschont wird, sondern dass bei gutem oder verbessertem
Ertrag weniger Arbeit anfällt. In diesem Sinne beeindruckt hat mich das
Buch: Der große Weg hat kein Tor, Pala-Verlag, 1984, ISBN 3-923176-14-7
(zur Zeit vergriffen), siehe auch
de.wikipedia.org/wiki/Fukuoka_Masanobu in dem der Autor
beschreibt wie er durch seine "Nichts-tun-Landwitschaft" auf Dauer
bessere Reiserträge pro Fläche erzielt hat und bei weniger Material- und
Arbeitseinsatz wesentlich mehr verdient als seine Nachbarn, die unter
vergleichbaren Umständen mit klassischen Methoden arbeiten.
Inzwischen ist die Masanobu-Fukuoka-Methode an die europäischen
Verhältnisse angepasst worden. Sie funktioniert sogar in sehr
unwirtlichen Gegenden wie Sepp Holzer ( www.krameterhof.at/ ) und
andere gezeigt haben.
Es geht, wenn man will auch ohne Verzicht. Man muss sich nur vom
Üblichen lösen und die Dinge in einem neuen Licht sehen, dann sieht man
auch neue Möglichkeiten. Das Rocky Montains Institute ist ebenfalls ein
Beispiel dafür: rmi.org/ Mitten im Eis hoch in den Bergen, keine
Heizung und trotzdem hübsch kuschelig warm. Stattdessen wurde sehr viel
Grips investiert.
Herzlich
Frank
Matthias Metze schrieb:
> Lieber Frank,
>
> nur ganz kurz zum Steiner-Hokuspokus:
>
> Ich bin beim besten Willen kein Anthroposoph, habe mit Steiner sonst
> nichts am Hut. In diversen, ganz unterschiedlichen Zusammenhängen
> sind mir aber diese Methoden positiv aufgefallen:
>
> - in meiner früheren Tätigkeit in der Gastronomie (in der Küche
> eines Bio-Restaurants in HH) habe ich festgestellt: demeter-Produkte
> sind von der Qualität her oft besser als sonstige Bio-Produkte.
> - meine Kinder gehen bzw. gingen in den Waldorf-Kindergarten; nach
> anfänglicher Skepsis bin ich mittlerweile der Meinung, dass sie
> nirgends besser aufgehoben wären.
> - Krankheiten behandeln wir fast ausschliesslich mit Homöopathie -
> mit guten Erfolgen.
> - und schliesslich beim Wein: es gibt sehr gute konventionelle Weine,
> es gibt sehr gute "normal-bio" Weine; interessant finde ich aber,
> dass einige Winzer meinen, durch biodynamische Methoden die Qualität
> ihres Weines noch steigern zu können - und das sind keine Spinner,
> die bei Vollmond um die Fässer tanzen. In Frankreich ist das noch
> etwas mehr verbreitet als hier, aber auch in Deutschland produzieren
> Spitzenwinzer nach Steiner-Methoden: Wittmann, Christmann, Bürklin-
> Wolf, Kühn... um nur einige zu nennen. Ich war erstaunt, als ich
> mitbekam, wer alles in diese Richtung arbeitet.
>
> Von daher bin ich nach fast 7 Jahren, in denen ich auf die eine oder
> andere Art mit "Steiner-Hokuspokus" in Berührung kam, diesen Methoden
> gegenüber sehr aufgeschlossen - auch wenn aus mir sicher nie ein
> Anthroposoph werden wird ;-) Und ich denke auch nicht, dass es die
> allein seligmachenden Methoden sind - Wahrheiten gibt es immer
> mehrere...
>
> In diesem Sinne herzliche Grüße
> Matthias
>
> Am 06.02.2007 um 16:55 schrieb Frank Fremerey:
>
>> Lieber Matthias!
>>
>> Das ist jetzt ein bisschen ein Exkurs:
>>
>> Ich habe schon sehr gute Bioweine getrunken und gegen die
>> Grundidee, mit
>> der Natur (auch der eigenen) sorgsam umzugehen kann man eigentlich
>> ohnehin nix haben.
>>
>> Aber Steiner-Hokuspokus wie Hornkiesel und Misthaufen, die nach
>> Planetenstellungen mit angereicherten Lehmkugeln geimpft werden, das
>> geht mir dann doch ein bisschen weit. Wenn ein paar Nackerte bei
>> Vollmond um die Fässer tanzen würden, sähe ich noch einen gewissen
>> Marketingvorteil, aber das was ich damals auch meinem Biodyn-Hof
>> gelernt
>> habe, macht mich bis heute genauso Kopfschütteln wie einige
>> Bio-Großbauern, die mit Ihren Megatreckern den Boden verdichten und
>> damit die Menschheit retten wollen. Nene. Da leuchten mir die Leute
>> schon eher ein, die Landwirtschaft mit "wu wei" betreiben
>> (minimalinvasiv, gucken statt tun, von der Natur lernen, siehe:
>> de.wikipedia.org/wiki/Wu_wei ). Ich habe gerade die Links zu
>> den
>> Büchern gesucht, die ich meine, aber spontan nicht gefunden. Ich denke
>> da an einen japanischen Reisbauern und einen Bayern-Seppel, die das
>> Tao
>> in der Landwitschaft wirklich bewundernstwert und überzeugend
>> vorleben.
>> Ich reiche die Literaturhinweise nach.
>>
>> Als Verbraucher freue ich mich über eine Angebotsvielfalt, die auch in
>> meiner Preislage zwischen 4 und 6 Euro eine immense Auswahl bietet.
>> Dafür bekomme ich direkt beim Winzer an der Mosel Toprieslinge aus
>> Steillagenanbau und im Weinhandel eine Auswahl höchst interessanter
>> spanischer Weine. Bei Franzosen und Italienern ist es in der Preislage
>> schwieriger, da kosten die Weine, die mir schmecken, so ab 15 Euro die
>> Flasche aufwärts.
>>
>> Herzliche Grüße & Prost
>>
>> Frank
>>
>>
>> Matthias Metze schrieb:
>>> Da ich naturwissenschaftlich nicht sehr bewandert bin, bin ich dann
>>> Empiriker (de.wikipedia.org/wiki/Empirisch):
>>>
>>> bei der Homoöpathie wie beim Wein. Die Homöopathie hilft meinen
>>> Kindern und auch mir (schon oft mit erstaunlichen Ergebnissen
>>> angewendet); der Wein schmeckt - Ausnahmen bestätigen die Regel ;-)
>>>
>>> Ob das nun wissenschaftlich zu beweisen ist - kümmert mich nicht...
>>> womit ich allerdings schon des öfteren bei naturwissenschaftlich
>>> begabten Freunden angeeckt bin...
>>>
>>> Aber ist nicht das Entscheidende das, was am Ende dabei rauskommt?
>>>
>>> Mit geniesserischen Grüßen
>>> Matthias
>>>
>>> Am 06.02.2007 um 00:17 schrieb Frank Fremerey:
>>>
>>>
>>>> Danke Matthias!
>>>>
>>>> Mit Steiner-Methoden habe ich mich beschäftigt, ziemlich intensiv
>>>> sogar;
>>>> in Theorie und Praxis. "Glaube versetzt Berge" um neben der
>>>> antroposophischen und theosophischen Tradition die christliche
>>>> nicht zu
>>>> vergessen, um deren Initiationsdroge sich dieses Forum dreht.
>>>>
>>>> Als Adept der naturwisenschaftlichen Tradition sei mir der
>>>> Rückfall in
>>>> die Frage nach der mathematisch-statistischen Evidenz hier genauso
>>>> gestattet wie im Falle der Homöopathie oder der Allopathie.
>>>>
>>>> Herzliche Grüße & Prost
>>>>
>>>> Frank
>>>>
>>>> Matthias Metze schrieb:
>>>>
>>>>> besonders bei biodynamischem Anbau gibt es im
>>>>> Boden mehr Leben, er wird vielschichtiger - was sich letztlich im
>>>>> Geschmack des Weines niederschlägt.
>>>>>
>>>> --
>>>> Frank Fremerey
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