teuerste Weine der Welt
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teuerste Weine der Welt
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Eine exakte, vollständige und aktuellste Rangliste kann es nicht geben, da die Weinwelt ständig in Bewegung ist. Sehr teure Weine werden fast ausnahmslos auf Basis extrem niedriger Erträge und mit sehr aufwändigen Methoden oft in „Handarbeit“ hergestellt. Nicht selten werden sie nur geringer Stückzahl mit wenigen tausend Flaschen jährlich produziert, wobei in diesem Zusammenhang oft von Garagenweinen gesprochen wird. Für eine einzige 0,75-Liter-Flasche solcher absoluten Spitzengewächse muss man zumindest 100 bis 200, in einzelnen Fällen bis 500 Euro und bei älteren und/oder herausragenden Jahrgängen bis zum Fünf- und gar nicht so selten sogar bis zum Zehnfachen dieses Preises bezahlen. Spitzenqualitäten zeichnet in der Regel auch eine lange Haltbarkeit aus. Von diesen Weinen im Alter von 10, 20, 30 Jahren und auch älter ist außerdem zu erwarten, dass sie in optimalem Zustand und frei von Weinfehlern sind. In der Liste der teuersten Weine der Welt sind regelmäßig Kreszenzen folgender Produzenten bzw. Weingüter enthalten:
* Alejandro Fernández (Pesquera de Duero) - Ribera del Duero / Spanien
* Antinori (Vino Nobile di Montepulciano) - Toskana / Italien
* Biondi-Santi (Brunello di Montalcino) - Toskana / Italien
* Château Ausone - Saint-Émilion / Bordeaux, Frankreich
* Château Cheval Blanc - Saint-Émilion / Bordeaux, Frankreich
* Château de la Roche-aux-Moines (Coulée de Serrant) - Loire / Frankreich
* Château d’Yquem - Sauternes / Graves, Bordeaux, Frankreich
* Château Haut-Brion - Pessac-Léognan / Graves, Frankreich
* Château Lafite-Rothschild - Pauillac / Médoc, Bordaux, Frankreich
* Château Latour - Pauillac / Médoc, Bordeaux, Frankreich
* Château Le Pin - Pomerol / Bordeaux, Frankreich
* Château Margaux - Margaux / Médoc, Bordeaux, Frankreich
* Château Mouton-Rothschild - Pauillac / Médoc, Bordeaux, Frankreich
* Château Pétrus - Pomerol / Bordeaux, Frankreich
* Château Valandraud - Saint-Émilion / Bordeaux, Frankreich
* Domaine de la Romanée-Conti - Côte d’Or / Burgund, Frankreich
* Dominio de Pingus (Pingus) - Ribera del Duero / Spanien
* Domaine Leroy - Meursault / Burgund, Frankreich
* Egon Müller-Scharzhof (Trockenbeerenauslesen) - Mosel / Deutschland
* Ferreira (Barca Velha) - Douro / Portugal
* Gaja (Barolo, Barbaresco) - Piemont / Italien
* Jaboulet-Aîné (Hermitage „La Chapelle“) - Rhône / Frankreich
* Kracher Weinlaubenhof (Süßweine) - Neusiedlersee / Österreich
* Miguel Torres - Penedès / Spanien
* Moët et Chandon (Dom Pérignon Rosé) - Champagne / Frankreich
* Opus One - Napa Valley / Kalifornien
* Ornellaia - Bolgheri / Toskana, Italien
* Penfolds (Grange) - Barossa Valley / Australien
* Perrier-Jouët - Champagne / Frankreich
* Quinta do Noval (Nacional Vintage Port) - Porto e Douro / Portugal
* Screaming Eagle - Napa Valley / Kalifornien
* Tenuta San Guido (Sassicaia) - Bolgheri / Toskana, Italien
* Vega Sicilia (Unico) - Ribera del Duero / Spanien
Für Weine vor dem Zweiten Weltkrieg, vor allem des 19. Jahrhunderts und älter gelten besondere Gesetze, da hier sozusagen auch der historische Wert zählt. Sie werden auch gar nicht immer zum Genuss erworben und können durchaus ungenießbar sein. Solche besonderen Jahrgänge werden oft zu wahren Phantasie- bzw. Liebhaberpreisen versteigert. Naturgemäß werden nicht bei Verkäufen, sondern bei Auktionen die höchsten Preise erzielt. Über viele Jahre war der Rekordhalter ein Château Lafite-Rothschild 1787, der im Jahre 1985 vom Auktionshaus Christie’s um $ 160.000 (was heute € 155.000 entspricht) verkauft wurde. Die aus dem Nachlass des dritten US-Präsidenten Thomas Jefferson (1743-1826) stammende Flasche ging an den US-Verleger Malcolm Forbes (1919-1990). Sie stammte aus einem geheimnisvollen Fund, Verkäufer war der bekannte Weinsammler Hardy Rodenstock (*1942). In der Folge führten vier Weine davon (Château Lafite-Rothschild und Château Mouton-Rothschild um $ 500.000) zu mehreren Klagen und Prozessen.
Schließlich wurde der langjährige Rekord gebrochen. Das amerikanische Auktionshaus Sotheby’s Hongkong versteigerte im Oktober 2010 drei Flaschen Château Lafite-Rothschild 1869 um je 1,8 Mio Hongkong-Dollar. Das entspricht US$ 232.692 oder € 166.910. Der Käufer war angeblich eine Telefonfirma aus Asien, der Name wurde aber nicht bekanntgegeben. Die drei Flaschen kamen direkt aus dem Keller des Weingutes in Pauillac. Als teuerster Weißwein wurde 2011 ein Château d’Yquem des legendären Jahrgangs 1811 von der Antique Wine Company in London um £ 75.000 (€ 85.000) verkauft. Käufer war der auf Bali lebende französische Sommelier und Weinsammler Christian Vanneque (*1950) der die Flasche zur Eröffnung seines neuen Restaurants „SIP Sunset Grill“ ausstellte.
Im August 2012 wechselte ein „Cabernet Sauvignon Kalimna Block 42 Ampoule 2004“ des australischen Weinguts Penfolds (siehe dort) um € 160.000 den Besitzer. Der Wein ist in einer mundgeblasenen, zylinderförmigen Glasphiole enthalten, die in einer konisch geformten Glasskulptur und diese wiederum in einem Behälter aus edlem Jarrah-Holz untergebracht ist. Der Wein stammt vom Weinberg „Kalimna Block 42“ mit bereits im Jahre 1885 gepflanzten extrem alten Reben. Von diesem Wein wurden nur 12 Einheiten erzeugt. Der Käufer war ein Stammgast des Tiroler Fünfsterne-Hotels „Jagdhof“ in Neustift (Stubaital). Den Verkauf eingefädelt hat Matthias Tanzer, der Chefsommelier des Hauses.
Der teuerste Champagner stammt aus einem 2010 entdeckten Schiffswrack (siehe dazu unter Veuve Clicquot-Ponsardin und auch Heidsieck Monopole). Die im Jahre 2011 bei der VDP-Versteigerung im Kloster Eberbach verkaufte Scharzhofberger Trockenbeerenauslese 1999 vom Weingut Egon Müller-Scharzhof (Anbaugebiet Mosel) hält den deutschen Rekord.
Die Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; bei einigen Flaschen gibt es in den Quellen unterschiedliche Preisangaben. In Klammer ist die 0,75-l-Flaschenanzahl des Lots oder bei einer Übergröße (z. B. Methusalem) die fiktive Anzahl angeführt. Nach dem Ist-Zeichen ist der Preis für eine 0,75 l-Flasche angegeben (fiktiv bei Übergröße, echt bei Lot):
Weißweine
* Egon Müller-Scharzhof Scharzhofberger TBA 1999, VDP Eltville 2011: € 6.433
* Montrachet 1978 DRC (7), Sotheby’s 2001: $ 167.500 = $ 23.929
* Château d’Yquem 1858-2001 (70), Zachys New York 2001: $ 2,013.540 = $ 28.765
* Massandra Collection Wine (Sherry) 1775, Sotheby’s 2001: $ 43.000
* Château d’Yquem 1787 (in manchen Quellen 1784), Christie’s 1986: $ 56.588 (£ 36.000)
* Château d’Yquem 1811, Antique Wine Company London 2011: £ 75.00 (€ 85.000)
Rotweine
* Screaming Eagle 1994, Christie’s Los Angeles 2000: $ 3.833
* Hermitage „La Chapelle“ 1961 Jaboulet-Aîné (12), Christie’s 2007: £ 123.750 = £ 10.312
* Château Mouton-Rothschild 1945 (12), Christie’s New York 2007: $ 290.000 = $ 24.167
* Château Margaux 1784 (0,375-Flasche), VINEXPO 1987: 180.000 Francs (€ 27.500)
* Romanée-Conti 1990 DRC (8), Sotheby’s London 1996: $ 224.900 = $ 28.112
* Penfolds Grange 1951, Langton’s Melbourne 2004: AU$ 52.211 (US$ 30.581)
* Château Mouton-Rothschild 1945 Jeroboam (6), New York 2007: $ 310.700 = $ 51.783
* Château Mouton-Rothschild 1945, Christie’s London 1997: $ 114.614
* Château Mouton-Rothschild 2000 Nebukadnezar (20), NY 2007 : $ 119.500 = $ 5.975
* Château Lafite-Rothschild 1787, Christie’s 1985: $ 160.000 (£ 105.000, € 155.000)
* Penfolds Cabernet Sauvignon Kalimna Block 42 Ampoule 2004, Neustift 2012: € 160.000
* Château Lafite-Rothschild 1869, Sotheby’s Hongkong 2010: $ 232.692 (€ 166.910)
Champagner
* Moët et Chandon „D. P. Rosé 1996“ Methusalem (8), London 2010: £ 35.000 = £ 4.375
* Moët et Chandon „Dom Pérignon Rosé 1959“, Acker Merrall & Condit NY 2008: $ 42.350
* Veuve Clicquot-Ponsardin 1839, Artcurial Mariehamn 2011: $ 46.640 (€ 30.000)
Die bislang teuerste Weinflasche wurde nie verkauft, sondern unter nie genau geklärten Umständen zerbrochen. Der Weinhändler William Sokolin veranstaltete 1989 im New Yorker Restaurant „Four Seasons“ ein exquisites Dinner, bei dem ein Château Margaux des Jahrgangs 1787 aus dem Nachlass des 3. US-Präsidenten Thomas Jefferson (1743-1826) mit dessen Initialen „Th. J.“ im Auftrag des englischen Eigentümers medienwirksam zum Preis von $ 500.000 verkauft werden sollte. Potentielle Käufer waren eingeladen worden. Ein Kellner stieß mit einem Tablett die Flasche vom Tisch, die zersplitterte (nach einer zweiten Version war Sokolin schuld, der mit der Flasche in der Hand in das Tablett eines Kellners lief). Die Flasche hatte keinerlei Schwund, weil angeblich das Château Margaux ein Jahr vorher die Flasche neu verkorkt und dabei den Fehlbestand mit Margaux Jahrgang 1959 aufgefüllt hatte. Eine Versicherung musste $ 225.000 berappen, die sich Eigentümer und Sokolin teilten. Ob sich zu diesem exorbitant hohen Preis tatsächlich ein Käufer gefunden hätte, ist zumindest fraglich, es gab zum Unglückszeitpunkt noch kein Angebot. Wenn ja, wäre dies unbestritten die mit Abstand teuerste Weinflasche geworden.
Eine besondere Geschichte gibt es über zwei Flaschen Château Haut-Brion des legendären 1811er (siehe dort), für die ein sehr hoher, aber niemals kolportierter Preis bezahlt wurde. Siehe auch unter älteste Weine, sowie besondere Kreszenzen unter Jahrhundertweine.
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